Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Unternehmer fordern mehr Solidarität mit VW

Abgas-Skandal Unternehmer fordern mehr Solidarität mit VW

Während der Autobauer Volkswagen mit den dramatischen Folgen der Abgas-Affäre ringt, fordern die Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN) mehr Solidarität mit dem Unternehmen. Auch die Landesregierung in Hannover müsse sich dabei stärker engagieren.

Voriger Artikel
Doch kein Ermittlungsverfahren gegen Winterkorn
Nächster Artikel
VW braucht mehr Zeit

VW sieht sich nach dem Abgas-Skandal mit Forderungen von vielen Ländern konfrontiert. Die Unternehmerverbände Niedersachsen haben nun zur Solidarität mit dem Wolfsburger Konzern aufgerufen.

Quelle: PAUL J. RICHARDS

Hannover. „Bei aller notwendigen und richtigen Aufklärung des Skandals: Das Unternehmen muss als wichtiger Faktor unserer Wirtschaft unterstützt werden“, sagte UVN-Hauptgeschäftsführer Volker Müller der HAZ. Sollte der Konzern noch größeren Schaden nehmen, drohe das Auswirkungen auf die gesamte Volkswirtschaft zu haben. Die Landesregierung dürfe sich in diesen Tagen „nicht nur in die Ecke der Kritiker stellen“, sondern müsse sich ihrer Verantwortung als Eigentümer bewusst sein. Vor allem Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) hatte die Vorgänge in Wolfsburg zuletzt scharf kritisiert.

Neue Zahlen zum möglichen Ausmaß des Schadens für VW kamen indes von Autoexperten der norddeutschen Landesbank (Nord/LB). Sie rechnen mit Gesamtkosten von 30 Milliarden Euro, die auf den Konzern zukommen könnten - Rückrufe, Strafen und Schadensersatzforderungen zusammengerechnet. VW müsse das Geschäft in den USA, wo der Skandal öffentlich wurde und die Kernmarke ohnehin nur Verluste einfahre, generell hinterfragen, sagte Nord/LB-Analyst Frank Schwope. „Ein Komplettausstieg der Marke Volkswagen-Pkw in den USA sollte in Erwägung gezogen werden“, forderte er. Auch eine Trennung von ganzen Marken sprach Schwope an. Den möglichen Verkaufserlös für Bentley, Bugatti, Lamborghini und den Motorradhersteller Ducati bezifferte er auf 5 bis 10 Milliarden Euro. Durch einen Verkauf der Lastwagenbauer MAN und Scania ließen sich 30 bis 35 Milliarden Euro erzielen.

Inzwischen nehmen immer mehr staatliche Behörden den Skandal genauer unter die Lupe. In Australien gab man sich „sehr besorgt über die potenziellen Verbraucher- und Wettbewerbsnachteile“. Jeder Verstoß gegen Umweltgesetze könne eine Strafe von bis zu 1,1 Millionen australischen Dollar (692.000 Euro) nach sich ziehen - pro Auto. Seit 2009 wurden in Australien nach Schätzungen rund 50.000 VWs mit Dieselantrieb verkauft. Rumänien will von Volkswagen Nachzahlungen wegen möglicherweise zu Unrecht erlassener Steuern fordern.

Um mehr Zeit für die Aufarbeitung des Abgas-Skandals zu gewinnen, sagte VW eine für den 9. November geplante außerordentliche Hauptversammlung ab. Trotz Bedenken soll nun doch der bisherige Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch neuer Aufsichtsratsvorsitzender werden. Nachfolger von Pötsch wird der Vorstandsvorsitzende der VW-Finanztochter, Frank Witter, wie VW am Donnerstag nach einer Sitzung des mächtigen Aufsichtsratspräsidiums mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigte gestern, dass der abgetretene Konzernchef Martin Winterkorn doch nicht unter Betrugsverdacht steht. Oberstaatsanwältin Birgit Seel entschuldigte sich für „Irritationen“, die durch eine Pressemitteilung entstanden seien.Noch am Montag hatte Seel mitgeteilt, gegen Winterkorn werde wegen des Verkaufs von Diesel-Autos mit manipulierten Abgaswerten ermittelt. Gestern erklärte die Oberstaatsanwältin, es bestehe noch kein Anfangsverdacht gegen den früheren VW-Chef. „Herr Winterkorn kommt derzeit also nicht ernsthaft als Beschuldigter in Verdacht“, sagte Seel der HAZ. Es werde aber weiter geprüft, ob ein solcher Anfangsverdacht vorliege. Der Fall reiht sich ein in eine lange Liste peinlicher Vorfälle in der Justiz in Niedersachsen.

VW braucht Zeit.

Von Lars Ruzic und Karl Doeleke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Abgas-Skandal

Nach Bekanntwerden der Manipulationsaffäre bei Volkswagen hat der erste Anleger in Deutschland Klage eingereicht. Der Aktionär hatte erst kürzlich VW-Aktien gekauft und durch die Affäre Geld verloren. Er fordert 20.000 Euro von dem Konzern. 

mehr
Mehr aus Niedersachsen

Der Abgasskandal erschüttert den Volkswagen-Konzern. Lesen Sie hier alle Berichte und Hintergründe zur Diesel-Affäre. mehr

Aktienkurse regionaler Unternehmen

CEWE STIFT.KGAA... 80,45 +1,96%
CONTINENTAL 168,02 +1,46%
DELTICOM 16,33 +0,19%
HANNO. RÜCK 100,04 +0,54%
SALZGITTER 31,26 +1,63%
SARTORIUS AG... 69,31 +0,81%
SYMRISE 56,09 -0,35%
TALANX AG NA... 29,91 ±0,00%
TUI 12,47 +0,99%
VOLKSWAGEN VZ 120,40 +1,71%
DAX
Chart
DAX 10.706,50 +1,84%
TecDAX 1.712,00 +1,52%
EUR/USD 1,0658 +1,16%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

BASF 83,43 +3,21%
INFINEON 15,73 +2,71%
DAIMLER 63,77 +2,30%
DT. BANK 14,63 -0,68%
RWE ST 11,64 +0,33%
LUFTHANSA 12,19 +0,44%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Bakersteel Global AF 166,72%
Structured Solutio AF 154,79%
Stabilitas PACIFIC AF 140,74%
AXA IM Fixed Incom RF 139,36%
Polar Capital Fund AF 106,14%

mehr