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VW-Absatz auf Talfahrt

Nach AbgasSkandal VW-Absatz auf Talfahrt

Der Abgas-Skandal hinterlässt langsam Spuren in den VW-Verkaufszahlen auf dem deutschen Heimatmarkt. Im Januar sind die Zulassungen der Marke VW um fast 9 Prozent eingebrochen – während der Gesamtmarkt mehr als 3 Prozent im Plus lag.

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VW-Markenchef Herbert Diess (rechts) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) beim Amarok-Update: Verbraucher sollen keine Nachteile spüren.

Quelle: dpa

Hannover. Das geht aus den aktuellen Statistiken des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hervor, die die Behörde gestern veröffentlicht hat. Von der Schwäche der Wolfsburger profitieren vor allem die traditionell ärgsten VW-Konkurrenten: Ford legte um 19 Prozent, Opel sogar um 22 Prozent zu.

In den ersten Monaten nach dem Skandal um per Software manipulierte Abgaswerte waren die Absatzzahlen davon noch weitgehend unbehelligt gewesen. Klar war, dass sich eine mögliche Kaufzurückhaltung erst mit Verzögerung zeigen würde, da der Großteil der Fahrzeuge erst Monate nach dem Kauf zugelassen wird. VW hatte über Weihnachten und Neujahr deshalb aus Vorsicht die Werksferien auf dreieinhalb Wochen ausgedehnt. Das könnte ein weiterer Grund für das starke Minus im Januar sein. Hinzu kommt, dass der Familienwagen Touran und der Golf-SUV Tiguan noch im Modellwechsel stecken, derzeit also kaum verkauft werden.

Auch in den USA muss die Marke weiter schrumpfende Verkaufszahlen verkraften. Der US-Absatz der Pkw-Kernmarke VW sackte im Januar um gut 15 Prozent ab, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Es ist das dritte Minus in Folge für VW. Nach Bekanntwerden von Manipulationen bei Stickoxidwerten war für VW-Dieselmodelle in den USA ein Verkaufsstopp verhängt worden. Abgesehen vom Tiguan verkauften sich alle wichtigen Modelle schlechter als ein Jahr zuvor.

Die Tochter Audi zeigt sich dagegen – obwohl ebenfalls von dem Skandal betroffen – äußerst robust. In den USA verkaufte der Premiumhersteller aus Ingolstadt 2,7 Prozent mehr Wagen, in Deutschland überholte Audi mit einem Plus von mehr als einem Fünftel sogar Mercedes und BMW. Dagegen lagen die anderen VW-Töchter Porsche, Seat und Skoda hierzulande ebenfalls im Minus.

In Wolfsburg hat man den Optimismus trotzdem noch nicht verloren. Für das erste Halbjahr sind im Stammwerk je gut zehn Zusatzschichten an Wochenenden für VW Touran und Tiguan geplant. Das berichtet die „Wolfsburger Allgemeine Zeitung“. Lediglich beim Golf plane man derzeit nur für das erste Quartal, sagte Betriebsrat Guido Mehlhop der Zeitung. Man wolle zunächst die weitere Absatzentwicklung abwarten.

Die millionenfach vom VW-Abgas-Skandal betroffenen Autofahrer sollen indes nach der Umrüstung ihrer Wagen keinerlei Nachteile bei Verbrauch, Leistung oder Geräuschentwicklung fürchten müssen. Das Ziel hat VW-Markenvorstand Herbert Diess am Dienstag bei einem Termin mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) bekräftigt. Sie besuchten in Berlin die Umrüstung eines VW Amarok. Die 8400 Pick-ups der hannoverschen Marke VW Nutzfahrzeuge machen den Anfang bei dem Rückruf, der hierzulande rund 2,5 Millionen Wagen trifft. Das KBA habe für den Amarok bestätigt, dass keine Einbußen zu fürchten seien, teilte VW mit.

Von Lars Ruzic und Heiko Lossie

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