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Niedersachsen VW-Autoverkäufe sinken nach Skandal weiter
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen VW-Autoverkäufe sinken nach Skandal weiter
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22:01 08.01.2016
Von Lars Ruzic
Der Absatz von Volkswagen schwächelt. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Wolfsburg

Volkswagen ist im vergangenen Jahr knapp unter der Rekordmarke von 10 Millionen verkauften Fahrzeugen geblieben. Der Absatz schrumpfte über alle zwölf Marken um 2 Prozent auf 9,93 Millionen Einheiten. Angesichts diverser Automärkte im Krisenmodus und des Abgas-Skandals im letzten Quartal sei das aber noch ein „hervorragendes Ergebnis“, meinte Konzernchef Matthias Müller. Allerdings vergrößern sich die Rückgänge von Monat zu Monat. Hatte das Minus zum Vorjahresmonat im November noch bei 2,2 Prozent gelegen, erreichte es im Dezember schon 5,2 Prozent. Und: Der Absatz der vom Diesel-Skandal besonders betroffenen Marke VW Pkw schrumpfte im letzten Monat des Jahres sogar um gut 8 Prozent.

Das neue Jahr werde nicht minder herausfordernd, prophezeite Müller. Bei den am Boden liegenden Märkten in Südamerika und Russland ist keine Besserung in Sicht. Und der jahrelange Wachstumsmotor China ist derzeit bestenfalls für eine Stagnation gut. Gleichzeitig geht die Affäre um manipulierte Abgaswerte zumindest an einigen Ländern nicht spurlos vorbei. In Japan hat VW die Position des stärksten ausländischen Autobauers gerade an Mercedes verloren, in Europa schrumpfte VW Pkw im Dezember um 4,5 Prozent.

Die anderen Marken zeigen sich von dem Skandal weitgehend unbeeindruckt. Sowohl Audi als auch Skoda markierten mit leichten Zuwächsen um 3,6 und 1,8 Prozent neue Rekordmarken und konnten selbst im Dezember noch zulegen. Audi musste im Wettrennen der Premiumanbieter trotzdem Daimler an sich vorbeiziehen lassen. Die Stuttgarter lieferten im vergangenen Jahr 1,87 Millionen Fahrzeuge mit dem Stern aus, ein Plus von 13,4 Prozent, wie Daimler am Freitag mitteilte. Damit verkaufte Mercedes gut 70 000 Autos mehr als Audi.

Indes hat der VW-Konzern die Forderung der Verbraucherzentralen zurückgewiesen, vom Abgas-Skandal betroffene Fahrzeuge in Deutschland auch zurückzukaufen. Für Rückkäufe in Deutschland gebe es „keine Basis“, sagte ein VW-Sprecher am Freitag. Die Modalitäten für die Umrüstung der betroffenen Diesel-Autos stünden bereits fest. Der Vorsitzende des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), Klaus Müller, hatte zuvor verlangt, VW müsse sich verpflichten, „alle Ansprüche, die sich aus der Manipulation ergeben, zu entschädigen“. Dabei sei die „Rückkaufoption“ für viele Verbraucher eine „pragmatische und schnelle Lösung“, wie Müller in einem Interview sagte. VW überlegt, in den USA einen Teil der knapp 60. 000 vom Diesel-Skandal betroffenen Autos zurückzukaufen, weil die Umrüstung der Autos dort um einiges aufwendiger ist als in Europa.

Kurz vor dem USA-Besuch von VW-Chef Müller nimmt die Kritik über mangelnde Transparenz des Konzerns bei den Ermittlungen im Abgas-Skandal zu. „Unsere Geduld geht zu Ende“, sagte der New Yorker Bundesanwalt Eric Schneiderman der „New York Times“. Volkswagen habe sich unter Berufung auf deutsche Gesetze zum Datenschutz geweigert, US-Staatsanwälten E-Mails und andere Kommunikationen von Führungskräften offenzulegen, heißt es in dem Bericht.

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