Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 16 ° Regenschauer

Navigation:
VW-Betriebsrat sieht Jobs in Gefahr

Umstrittenes 12-Punkte-Programm VW-Betriebsrat sieht Jobs in Gefahr

Ambitionierte Sparpläne von VW-Markenchef Herbert Diess führen zu einem handfesten Konflikt mit den Arbeitnehmervertretern des Konzerns. Nach Angaben von Betriebsratschef Bernd Osterloh fordert der frühere BMW-Manager bei der Kernmarke des Wolfsburger Autobauers innerhalb dieses Jahres 10 Prozent Produktivitätsverbesserungen – und zwar vor allem im Angestelltenbereich. 

Voriger Artikel
Das Ende des eigenen Büros
Nächster Artikel
Flüchtlinge als Chance gegen Fachkräftemangel

Die Arbeitsabläufe bei der Marke VW sollen produktiver werden – nicht nur in der Produktion, sondern auch in der Verwaltung. 

Quelle: dpa

Hannover. Diese Zahl sei ohne Stellenabbau nicht zu erreichen, warnte Osterloh in einem Interview mit dem IG-Metall-Hausmagazin bei Volkswagen.

Die Vorgabe sei mit dem Betriebsrat nicht vereinbart, er halte das Ziel auch für unrealistisch, sagte der 59-Jährige. „Unsere Kollegen bohren ja nicht in der Nase. Und einer weiteren Leistungsverdichtung werden wir nicht zustimmen.“ Gerade im Angestelltenbereich – also bei Entwicklung, Einkauf, Vertrieb und Verwaltung – würden Produktivitätssteigerungen in dem Ausmaß zulasten von Arbeitsplätzen gehen. Dies könne entweder die eigenen Beschäftigten treffen oder die zu Tausenden im Konzern arbeitenden Berater – etwa in der Entwicklung. Letztere hatte Osterloh allerdings vor einiger Zeit schon selbst als mögliche Einspargröße ausgemacht.

Effizienzverbesserungen werden bei Volkswagen schon länger diskutiert. Die Arbeitnehmerseite hatte noch zu Zeiten des im Zuge des Diesel-Skandals zurückgetretenen Konzernchefs Martin Winterkorn einen 460 Seiten dicken Ordner mit Vorschlägen dazu eingereicht. Das Ziel von 5 Milliarden Euro Effizienzverbesserungen könne man leicht übertreffen, sagte Osterloh damals. Nach dem Skandal und dessen milliardenschweren Folgekosten hat der Konzern die Zügel allerdings angezogen.

Die Kernmarke VW Pkw soll nun ein 12-Punkte-Programm schneller voranbringen. Diess spricht schon länger von einem „New Volkswagen“, in dem die Marke zu einem Mobilitätsanbieter rund um elektrische, voll vernetzte Fahrzeuge weiterentwickelt werden soll. Die Pläne sehen unter anderem eine schlankere Struktur vor, die Eigenverantwortlichkeit und Unternehmertum stärken soll. Dazu hatte Diess unlängst vier Topmanager präsentiert, die an der Spitze von Modellfamilien stehen sollen. Das habe bislang nur „riesige Verwirbelungen“ erzeugt, kritisierte Osterloh, „weil noch nicht einmal den beteiligten Bereichen klar ist, wie das genau funktionieren soll“. Vieles sei nur an-, aber noch nicht zu Ende gedacht. 

Die Belegschaft werde bei den Plänen zudem nicht ausreichend miteinbezogen. „Beim Mitnehmen der Menschen muss er dazulernen“, forderte Osterloh von Diess. Bislang schaffe das 12-Punkte-Programm vor allem Unruhe.

Von dem Strategiepaket sind eher Allgemeinplätze bekannt – Volkswagen will sie in den kommenden Monaten mit Detailplänen hinterlegen. Unter anderem soll die Markenpositionierung in wichtigen Märkten überdacht werden. In Regionen mit besonderem Wachstumspotenzial – wie Asien, Südamerika und Afrika – sollen spezielle Teams den Marktzugang verbessern. Zudem soll das Management am Ort mehr Entscheidungsgewalt bekommen.

Insgesamt sollen die Entscheidungsprozesse beschleunigt, Gremien und Ausschüsse verringert, Bürokratie und Doppelarbeit abgebaut werden. „Alle Kosten und Standards werden auf den Prüfstand gestellt“, heißt es. „Sparsamkeit ist ein wichtiges Gebot.“

Darüber hinaus sollen die Manager der Marke VW eine Nachfolge für die Strategie „Mach 18“ entwickeln, nach der die Wolfsburger bis 2018 der größte und profitabelste Autobauer der Welt sein wollten.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Niedersachsen

Nach dem großen VW-Abgasskandal sind etwa 2,4 Millionen Kunden bundesweit von der gigantischen Rückrufaktion betroffen. Einer von ihnen ist HAZ-Redakteur Enno Janssen. In einer Serie berichtet er, wie es nun für ihn und die anderen Kunden wirklich weitergeht. mehr

Der Abgasskandal erschüttert den Volkswagen-Konzern. Lesen Sie hier alle Berichte und Hintergründe zur Diesel-Affäre. mehr

Aktienkurse regionaler Unternehmen

CEWE STIFT.KGAA... 69,05 -1,68%
CONTINENTAL 187,60 -0,80%
DELTICOM 15,09 +0,89%
HANNO. RÜCK 91,42 -0,60%
SALZGITTER 27,76 +2,16%
SARTORIUS AG... 72,18 -0,23%
SYMRISE 63,34 +0,33%
TALANX AG NA... 26,94 -1,88%
TUI 11,47 +2,27%
VOLKSWAGEN VZ 124,37 -2,34%
DAX
Chart
DAX 10.352,50 +0,32%
TecDAX 1.717,00 +0,05%
EUR/USD 1,1081 +0,03%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

THYSSENKRUPP 20,34 +2,36%
HEID. CEMENT 73,76 +1,58%
DT. POST 26,70 +1,35%
DT. BANK 11,96 -3,12%
VOLKSWAGEN VZ 124,37 -2,34%
BMW ST 76,48 -2,14%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
AXA IM Fixed Incom RF 205,74%
Stabilitas PACIFIC AF 141,40%
Crocodile Capital MF 115,75%
Structured Solutio AF 110,38%
Danske Invest Denm AF 103,13%

mehr