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VW-Erdgasautos strömen in Werkstätten

Rückrufaktion VW-Erdgasautos strömen in Werkstätten

Tausende VW-Erdgasfahrzeuge sind derzeit nur bedingt einsatzbereit – vor allem das Betanken der Autos bereitet Probleme. Seit der Rückruf auf den Erdgas-Caddy ausgeweitet wurde, müssen immer mehr Fahrzeughalter Werkstätten anfahren.

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Tanken an der Erdgaszapfsäule: Nach dem Unfall mit einem VW Touran sind die Pächter auf der Hut.

Quelle: dpa

Hannover. Mit dem Auto in den Urlaub fahren - für Besitzer von Erdgasfahrzeugen war das immer schon mit etwas Mehraufwand verbunden. Schließlich musste man vor Reiseantritt die Tankmöglichkeiten entlang der Route aus­findig machen. Das ist allerdings nichts gegen die Malaisen, die mancher VW-Fahrer in diesen Herbstferien durchmacht.

Nach der Explosion eines VW Touran an einer Tankstelle in Duderstadt, die der Autofahrer nur mit Glück überlebte, sind die Pächter bundesweit auf der Hut. Zunächst hatten Branchengrößen wie Aral ihre Gas-Zapfsäulen komplett gesperrt. Inzwischen können Erdgas-Fahrer zwar wieder frei tanken - aber nur, wenn sie nicht mit einem VW auf das Gelände kommen. Fahrer der Volkswagen-Modelle Caddy, Passat und Touran brauchen eine „Unbedenklichkeitsbescheinigung“. Wer das Papier nicht vorher beim Tankwart vorzeigt, für den bleibt die Zapfsäule dicht.

Schon seit 2012 läuft bei Volkswagen ein Rückruf für Fahrzeuge mit Erdgasantrieb. Der Grund: Die Gasflaschen drohen durchzurosten und zu explodieren. Das begann zunächst mit dem Touran und umfasste nur die hinteren Flaschen, wurde später aber auf alle Flaschen ausgedehnt. Ende August schließlich kamen weitere Modelle und Produktionsjahre hinzu. Betroffen sind jetzt Caddy, Passat und Touran der Baujahre 2006 bis 2010 - insgesamt gut 37 000 Autos. Der Löwenanteil entfällt dabei mit mehr als 23 000 Fahrzeugen auf den als Kleintransporter und Familienwagen beliebten Caddy.

Engpässe bei Autohäusern

Seit der Rückruf auf das Vorzeigemodell der hannoverschen Marke VW Nutzfahrzeuge ausgedehnt wurde und vor allem seit dem Vorfall von Duderstadt Anfang September und seinen Folgen hat der Run auf die Werkstätten eingesetzt. „Die Motivation, das Fahrzeug umrüsten zu lassen, ist enorm hoch“, umschrieb es ein VW-Sprecher. Das wiederum sorgt bei einigen VW-Autohäusern für Engpässe. Von wochenlangen Wartezeiten ist die Rede. Das sei zwar kein generelles Problem, ist aus der Händlerschaft zu hören, könne aber in der Tat vorkommen.

Der Grund: Meist gibt es in einer Region nur wenige Spezialisten für erdgas-betriebene Fahrzeuge. Die verkaufen dann sowohl an Privatkunden als auch an große Flottenbetreiber. Vor allem bei kommunalen Kunden und Taxibetrieben sind die Gasmodelle beliebt. Sie wollen nun alle auf einen Schlag ihre Fahrzeuge beim Stammhändler unterbringen. Reparatur und Austausch der Flaschen dauern allerdings in der Regel fünf Stunden, sodass manche Werkstatt dem Ansturm nicht gerecht werden kann - zumal die VW-Händler im Moment auch gerade die größte Welle von Diesel-Fahrzeugen in den Werkstätten haben, deren Schummelsoftware sie aus der Motorsteuerung tilgen müssen.

So sind die VW-Kunden mitunter doppelt getroffen. Schon um sich und ihr Umfeld nicht in Gefahr zu bringen, dürfen sie seit mehr als einem Monat kein Erdgas mehr tanken. Und bis zum Austausch in der Werkstatt können weitere Wochen vergehen. Alle anderen VW-Erdgas-Fahrer - diejenigen, die vom Rückruf nicht betroffen sind oder ihn bereits hinter sich haben - müssen immer erst mit ihrem Zertifikat zum Tankwart, um sich ihre Tankfreigabe zu holen. Und der Benzin-Nottank in ihrem Auto ist nicht wirklich eine nachhaltige Alternative. Im Caddy beispielsweise fasst er gerade elf Liter.

Vom Rückruf nicht betroffene VW-Fahrer können unter der Hotline (08 00) 1 23 41 03 ein Unbedenklichkeitszertifikat anfordern.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Knalltrauma, Verbrennungen, Prellungen: Dass die Verletzungen bei der Explosion einer Gasflasche seines Touran nicht lebensgefährlich waren, hatte der Besitzer lediglich dem Umstand zu verdanken, dass er im Moment der Explosion vor seinem Auto stand, um den Ölstand zu kontrollieren. Auch dass Dritte nicht betroffen waren, war reines Glück. Denn einzelne Teile wurden 100 Meter weit geschleudert. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Göttingen in dem Fall gegen unbekannt. Nach VW-Angaben ist das Rückruf-Schreiben am 30. Juni an den Duderstädter verschickt worden. Er soll daraufhin sogar mit seinem Touran des Baujahrs 2006 schon in der Werkstatt gewesen sein. Unklar ist auch, warum die Verrostung der Flaschen nicht bei der letzten Hauptuntersuchung festgestellt worden ist. Denn die hatte genau ein Jahr zuvor stattgefunden – und binnen zwölf Monaten könne eine Flasche nicht dermaßen durchrosten, heißt es bei VW. 

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