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VW holt Schwung

Quartalsgewinn höher als erwartet VW holt Schwung

VW kommt zum Jahresende noch einmal in Fahrt – jedenfalls, was den Gewinn angeht. Im dritten Quartal verdiente der Konzern deutlich mehr als ein Jahr zuvor. Die Konzernspitze bleibt allerdings vorsichtig.

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Europas größter Autobauer informiert am Donnerstag über die Ergebnisse der ersten neun Monate und gibt einen Ausblick auf das Jahresende.

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Hannover. Insgesamt dürfte damit am Jahresende der höchste operative Gewinn der Unternehmensgeschichte stehen. Die Konzernspitze bleibt allerdings vorsichtig und hat auch die Prognose nicht heraufgesetzt. „Das Jahr ist noch nicht vorbei“, sagte Finanzchef Hans Dieter Pötsch gestern in einer Telefonkonferenz.

„Wir haben uns im bisherigen Jahresverlauf ordentlich entwickelt“, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn, der den Konzern im Sommer mit einer harten Fehleranalyse aufgescheucht hatte. Das Effizienzprogramm „Future Tracks“, das vor allem der wichtigsten Konzernmarke VW Pkw zu mehr Gewinn verhelfen soll, ist in Arbeit und soll dem Management auf einer Tagung im Dezember vorgestellt werden. VW Pkw war auch im dritten Quartal weit von seinen mittelfristigen Renditezielen entfernt, konnte aber den Abstieg stoppen.

Der Konzern insgesamt verbesserte seinen operativen Quartalsgewinn (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) um 16 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Insgesamt kletterte der Überschuss sogar um mehr als die Hälfte auf knapp 3 Milliarden Euro nach Steuern. Damit dürfte der Konzern zum Jahresende am oberen Rand seiner Voraussagen landen. In den ersten neun Monaten lag der Umsatz bei 147,7 Milliarden Euro (plus 1,4 Prozent) und der operative Gewinn bei 9,4 Milliarden Euro (plus 10 Prozent).

Das Absatzwachstum hat sich seit dem Sommer allerdings etwas abgeschwächt. Osteuropa und Südamerika seien Problemgebiete, sagte Vertriebschef Christian Klingler, Westeuropa erhole sich leicht. Vor allem Großbritannien, aber auch Krisenstaaten wie Spanien, Griechenland und Portugal entwickelten sich wieder besser. In den USA wachse die Nachfrage nicht mehr so stark – dort gehört VW wegen hausgemachter Probleme allerdings ohnehin zu den Verlierern.

Wachstum gibt es nach wie vor in Asien. In China, wo der Konzern inzwischen jedes dritte Auto verkauft, verdiente VW bisher in diesem Jahr 3,9 Milliarden Euro, vor einem Jahr waren es 3,5 Milliarden. Das ist nur der Anteil der Wolfsburger, die andere Hälfte geht an die chinesischen Partner.

Den deutlichsten Sprung unter den Konzernmarken macht in diesem Jahr Skoda, wo man im vergangenen Jahr Modellwechsel zu verkraften hatte. Jetzt sind die neuen Modelle Octavia und Rapid im Markt und verdienen Geld. Auch MAN hat sich deutlich verbessert, litt vor einem Jahr allerdings unter Sonderlasten. Mit dem Ergebnis der Lkw-Tochter, die gerade ihre Prognose gesenkt hat, könne man derzeit nicht zufrieden sein, sagte Pötsch. Sie leide allerdings auch besonders unter dem Markteinbruch in Russland.

Die hannoversche Marke VW Nutzfahrzeuge verkauft 2014 so viele Autos wie im vergangenen Jahr, verdient damit aber etwas mehr Geld. Mit unverändert 325 000 verkauften Fahrzeugen machte VWN in den ersten neun Monaten knapp 7 Milliarden Euro Umsatz, verbesserte den operativen Gewinn aber um 10 Prozent auf 378 Millionen Euro.

Von Stefan Winter

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