Hannover. . Dies berichtete der Konzern am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung. Diese Rekordsumme werde VW seinem Ziel näher bringen, „der ökonomisch und ökologisch beste Automobilhersteller der Welt zu werden“, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn.
VW stellt jedes Jahr im Herbst eine Investitionsplanung für fünf Jahre auf und hat für 2012 bis 2016 noch einmal rund 20 Prozent draufgelegt. In der letzten Planungsrunde waren für fünf Jahre noch 52 Milliarden Euro vorgesehen. Dabei baut Winterkorn darauf, dass das Geschäft im gleichen Tempo mitwächst. In diesem Jahr wird der Konzern wohl mehr als acht Millionen Autos verkaufen, am Ende der fünf Jahre dürften es rund zehn Millionen sein.
Aus dem großen Topf kommen knapp 30 Milliarden Euro den deutschen Standorten zugute. Entsprechend gab es Lob von Landesregierung und Betriebsrat. „Mit sechs Standorten profitieren wir in Niedersachsen ganz besonders“, sagte Ministerpräsident und Aufsichtsratsmitglied David McAllister (CDU) bei einem gemeinsamen Auftritt mit Betriebsratschef Bernd Osterloh.
Unter anderem soll in Wolfsburg und Emden der Karosseriebau umgerüstet werden, um die Fabriken flexibler zu machen. VW will die Produktion einzelner Modelle leichter von einem Werk zum anderen verlagern können, um sie besser auszulasten – „Drehscheibe“ wird dieses System genannt. Weiterer Schwerpunkt ist neben der Entwicklung neuer Modelle die Arbeit an neuen Motorengenerationen und alternativen Antrieben. Außerdem sollen die Fabriken verstärkt für die Nutzung regenerativer Energien umgerüstet werden.
Der wichtigste Wachstumsmarkt macht auch einen großen Sprung bei den Investitionen: In China werden 14 Milliarden Euro finanziert, 40 Prozent mehr als in der letzten Planungsrunde. Das Geld kommt noch obendrauf, denn es stammt nicht aus der Wolfsburger Kasse, sondern muss von den chinesischen VW-Beteiligungen aufgebracht werden.
Seit Winterkorn Anfang 2007 an die VW-Spitze rückte, setzt der Konzern fast bedingungslos auf Wachstum. Wenn man die qualitativen und technischen Ziele erreiche, werde man automatisch auch der größte Hersteller sein, sagt er stets. Zwar sei der Weg dorthin „kein Selbstläufer“, aber im Moment gelten eher Kapazitätsengpässe und lange Lieferzeiten als akute VW-Probleme. Auf der Automesse IAA in Frankfurt haben viele seiner Branchenkollegen in den vergangenen Tagen vorsichtige Töne angeschlagen.
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