Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen VW will den Diesel-Bulli T6 Anfang März wieder ausliefern
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen VW will den Diesel-Bulli T6 Anfang März wieder ausliefern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:20 11.03.2018
Volkswagen will den T6 Anfang März wieder ausliefern Quelle: picture alliance / dpa-tmn
Hannover

Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) will seinen Multivan T6 mit Dieselmotoren und Pkw-Zulassung nach HAZ-Informationen Anfang März wieder ausliefern. Der Schadstoffausstoß entspreche jetzt wieder den Vorschriften, verlautete am Freitag aus Unternehmenskreisen. Man habe eine „technische Lösung zur Anpassung der Motorsteuerung entwickelt, durch die sich das Emissionsverhalten während der Regeneration des Partikelfilters verbessert“, bestätigte ein Unternehmenssprecher. Inzwischen sei „der Abschluss der Messungen, Erprobungen und behördlichen Genehmigungsprozesse sowie eine Umsetzung an bereits produzierten Fahrzeugen und deren Transport ist weit fortgeschritten“.

Ende November hatte VWN bei Nachprüfungen in der Produktion festgestellt, dass „bestimmte technische Werte“ von Bulli-Modellen nicht mit den Vorgaben der Behörden übereinstimmten. Für den T6 gibt es zwei Zulassungen: Für die Transporter-Variante gilt die sogenannte N1-Zulassung für Nutzfahrzeuge mit höheren Stickoxid-Grenzwerten. Diese Modelle dürfen 125 Milligramm Stickoxid je Kilometer ausstoßen und sind von dem unlängst bekannt gewordenen Lieferstopp nicht betroffen. Die Bulli-Pkw-Modelle hingegen müssen bei der sogenannten M1-Zulassung niedrigere Grenzwerte von 80 Milligramm je Kilometer einhalten. Diese Marke wurde bei dem internen Test offenbar überschritten. 

Das Kraftfahrt-Bundesamt hatte daraufhin weitere Untersuchungen gefordert und VWN mitgeteilt, „dass eventuelle Grenzwertüberschreitungen einen sofortigen Auslieferungsstopp beziehungsweise für bereits ausgelieferte Fahrzeuge eine verpflichtende Rückrufaktion zur Folge hätten“. Volkswagen hat daraufhin die Auslieferung gestoppt und angeboten, das Problem so schnell wie möglich per Software-Update zu lösen. Das sei jetzt gelungen, hieß es bei VWN. Die Verhandlungen mit der Behörde seien weitgehend angeschlossen.

Händler und Kunden hatten seit dem Auslieferstopp über mangelnde Informationen geklagt. VWN habe lediglich mitgeteilt, dass beim T6 keine „Schummel-Software“ zur Manipulation der Abgassteuerung installiert worden sei. Stattdessen sei es zu „Abweichungen im Produktionsprozess“ gekommen. Was dies konkret bedeutete, hatte VW offen gelassen. Unklar ist, wie Volkswagen mit bereits ausgelieferten Modellen der aktuellen Bulli-Serie umgehen will. „Die Situation bei Bestandsfahrzeugen unserer Kunden wird untersucht, bevor über das weitere Vorgehen entschieden wird“, sagte der Unternehmenssprecher.

 Der Bulli ist das erfolgreichste Modell von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Seit Einführung der TDI-Motoren wird der T6 überwiegend als Selbstzünder ausgeliefert. Es gibt ihn als geschlossenen Transporter, mit Pritsche, als Personenwagen und als Wohnmobil. Im vorigen Jahr stockte VWN die Produktion auf, um der hohen Nachfrage gerecht zu werden. 170.000 Modelle des T6 wurden 2016 in Hannover produziert. Vom Diesel-Bulli mit Pkw-Zulassung stellte VWN knapp 70.000 Fahrzeuge her.

Von Jens Heitmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Talanx-Tochter leidet untere tiefroten Zahlen in der Feuerversicherung. Nun will sie mit Kunden über die Prämien sprechen –und im Zweifel auch auf Verträge verzichten. 

21.02.2018

Nach Angaben der Pflegedienste reichen die Zahlungen der Pflegekassen nicht aus, um die Kosten für die Betreuung der Patienten zu decken. Die Folge sei auch die Verdichtung der Arbeit, die den Beruf zunehmend unattraktiv mache. Mit einem neuen Kalkulationsschema wollen die Pflegedienste jetzt nachweisen, dass sie besser bezahlt werden müssen.

21.02.2018

Kreuzfahrten, Dienstwagen und Fitnessclub-Abos: Mit solch ungewöhnlichen Angeboten locken niedersächsische Firmen Azubis in ihre Unternehmen. Der Grund: Fachkräfte sind immer umkämpfter. 60 Prozent der Firmen können Ausbildungsplätze nicht besetzen.

21.02.2018