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So sehen die Wolfsburger Comeback-Pläne aus

Neue VW-Strategie So sehen die Wolfsburger Comeback-Pläne aus

Volkswagen will mit seiner Kernmarke ab 2025 Weltmarktführer bei der E-Mobilität werden. Helfen sollen dabei neun Elektro- und Hybridmodelle, die in den kommenden Jahren auf dem Markt kommen sollen. 

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 Volkswagen-Markenchef Herbert Diess in Wolfsburg.

Quelle: dpa

Wolfsburg. Die Bestandsaufnahme fällt vernichtend aus. Bei Fixkosten und Produktivität nicht wettbewerbsfähig, in nahezu allen Märkten außer Europa und China am Boden, Trends verschlafen, und mit dem Diesel-Skandal zusätzlich Vertrauen verspielt – so sieht Herbert Diess die Marke VW, deren Führung er vor mehr als einem Jahr übernommen hat. Offen kritisiert er Arroganz, Hierarchiedenken und Bürokratie. „Wir wissen, dass sich Volkswagen stark verändern muss“, sagt er.

Dies ist Diess’ Show. Am Freitag hat der Markenchef noch gemeinsam mit Konzernlenker Matthias Müller, Betriebsratschef Bernd Osterloh und Aufsichtsratsmitglied Stephan Weil den Zukunftspakt erklären müssen. Nun steht er ganz allein im Erdgeschoss des VW-Hochhauses und präsentiert seine persönliche Zukunftsvision für das Rückgrat des Konzerns – und teilt die Welt auf in die Zeit vor 2020 und danach. So schonungslos die Analyse der aktuellen Lage ausfällt, so ambitioniert sind die Ziele für die Zukunft – mit den üblichen VW-Maximalzielen: größter E-Auto-Anbieter weltweit werden, Spitze bei der Fahrzeugvernetzung und bis 2030 nicht weniger als in der „Führungsrolle in der neuen Welt der Automobilität“ sein.

In der Pläne: Viele SUV-Modelle

In die Zeit seines aktuellen Dienstvertrags fällt vor allem die Restrukturierung der Marke. Bis 2020 werde man „das Kerngeschäft reparieren“, sagt Diess. Das heißt vor allem: den Wildwuchs bei Modellen, Varianten, Plattformen und Antrieben radikal reduzieren – um 30 bis 60 Prozent. So sollen allein elf Fahrzeugplattformen auslaufen. Der Wegfall von ertragsschwachen Modellen werde 2,5 Milliarden Euro an Investitionsmitteln freisetzen, glaubt der 58-jährige frühere BMW-Manager.

Der „Modulare Querbaukasten“, aus dem die Marke ihre Synergien schöpft, soll auch für die kommende Generation konventioneller Fahrzeuge genutzt werden – was gewaltige Einsparungen bringen dürfte. Auf dieser Basis sollen auch die vielen SUVs entstehen, mit denen Diess die Märkte in den kommenden Jahren überschwemmen will. Heute verfüge VW über zwei Modelle in diesem Wachstumssegment, sagt er, bis 2020 sollen es 19 sein. Die Hochsitz-Fahrzeuge im Geländewagen-Design sollen dann mehr als 30 Prozent des VW-Absatzes ausmachen. Das wäre mehr als doppelt so viel wie heute.

Comeback-Story in Nordamerika geplant

Die SUVs sollen auch dabei helfen, das angekratzte Image von VW in Nord- und Südamerika wieder auf Vordermann zu bringen. Diess will erreichen, dass VW bis 2020 in allen Regionen zu den Top-Marken im Massengeschäft zählt – und schwarze Zahlen schreibt. Das gelte auch für die USA, betont der Markenchef. Ausgerechnet auf dem profitabelsten Automarkt der Welt ist VW bis heute nur ein Nischenanbieter – zusätzlich beschädigt durch den Diesel-Skandal. Große SUVs und Limousinen, die stärker auf die US-Klientel zugeschnitten sind, sollen helfen, „eine Comeback-Story“ zu schreiben, wie er sagt.

Um 2020 soll dann die „große Elektro-Offensive“ starten. Mit Modellen wie dem jüngst präsentierten I.D. und einem Elektro-SUV, die in Zwickau und Wolfsburg vom Band laufen werden, ziele die Marke „nicht auf Nischenprodukte, sondern auf das Herz des Automarktes“, betont Diess. Bis 2025 soll VW mit einer Million verkaufter E-Fahrzeuge Weltmarktführer sein. Innerhalb dieser fünf Jahre dürften sich die Anschaffungspreise von konventionell und elektrisch angetriebenen Fahrzeugen weiter angleichen – das jedenfalls vermutet die VW-Markenspitze. Denn Benziner und Diesel würden aufgrund verschärfter Umweltvorgaben teurer. „Für die allermeisten Kunden wird das Elektroauto bald die bessere Alternative sein“, ist sich Diess sicher.

Aufbau eines „digitalen Ökosystems“

Vorantreiben will die Marke auch die Vernetzung ihrer Fahrzeuge – mit dem Aufbau eines „digitalen Ökosystems“, wie Diess es nennt, vergleichbar mit der Betriebssoftware von Smartphones. Ähnlich wie bei Apples „iOS“ oder Googles „Android“ sollen sich die Kunden auch bei der Fahrt mit ihrem VW einloggen, Updates bekommen und Softwaredienste nutzen können. Bis 2025 hofft Diess auf 80 Millionen Nutzer und eine Milliarde Euro Umsatz. Hier lauere für die Marke „eine der größten Aufgaben der kommenden Jahre“ – nicht nur technologisch. „Der direkte Kundenkontakt ist eine vollständig neue Herausforderung für einen Autohersteller.“

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