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Niedersachsen VW baut Kapazitäten zum Bau von E-Autos deutlich aus
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen VW baut Kapazitäten zum Bau von E-Autos deutlich aus
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09:00 16.03.2018
VW-Vorstandsvorsitzender Matthias Müller (Mitte) und VW-Finanzvorstand Frank Witter zeigen sich auch für 2018 zuversichtlich. Quelle: dpa
Berlin/Hannover

 Volkswagen will seine Kapazitäten zum Bau von Elektroautos deutlich erhöhen. Bis 2022 werde der Konzern die Zahl der Werke verfünffachen, die Fahrzeuge mit Batterieantrieb herstellen können, sagte Vorstandschef Matthias Müller am Dienstag bei der Bilanzvorlage in Berlin. Aktuell werden an drei Standorte E-Autos produziert, künftig sollen es 16 Werke sein. „Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die ‚Roadmap E‘ zügig und entschlossen umzusetzen“, sagte Müller.

Der Fahrplan von Volkswagen sieht vor, bis zum Jahr 2025 bis zu 3 Millionen E-Autos pro Jahr zu bauen und 80 neue elektrifizierte Modelle auf den Markt zu bringen. Ob der Konzern auch in die Fertigung von Batteriezellen einsteigt, ist weiterhin offen. „Das ist nicht unsere Kernkompetenz“, sagte Müller. „Das können andere besser.“ Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Im Werk Salzgitter baut VW derzeit eine Forschungsstelle auf. Aktuell stützt sich der Konzern auf Partnerschaften mit Batterieherstellern. Die bisher erteilten Aufträge beliefen sich auf ein Volumen von 20 Milliarden Euro, sagte Müller.

 Diese Pläne bedeuteten keine Abkehr vom Verbrennungsmotor: „Der Diesel wird eine Renaissance erfahren“, sagte Müller.  Es gebe keinen Grund, keinen Diesel mit dem Abgasstandard 6d zu kaufen. Ältere Fahrzeuge mit neuer Hardware nachzurüsten, lehnt der Konzern weiter ab.  Die entsprechende Technik wäre frühestens in zwei bis drei Jahren verfügbar, man benötige aber schnelle Lösungen, sagte Müller. Zudem sei der nachträgliche Einbau eines Katalysators nicht ohne Risiken: „Das ist eine Operation am offenen Herzen.“

Dass der Konzern die Verbrenner noch nicht abgeschrieben hat, zeigt sich auch bei den Investitionen. Nach Müllers Angaben sollen allein im laufenden Jahr fast 20 Milliarden Euro in das konventionelle Fahrzeug- und Antriebsportfolio fließen. Über die nächsten fünf Jahre werde sich die Summe auf mehr als 90 Milliarden Euro belaufen.

Trotz des Abgasskandals konnte VW 2017 einen Gewinn von 11,4 Milliarden Euro verbuchen. Das ist nicht nur doppelt so viel wie im vorangegangenen Jahr, sondern auch ein größerer Überschuss als 2014 – dem letzten vollen Jahr vor Beginn der Dieselaffäre. Der Umsatz stieg um 6,2 Prozent auf 230,7 Milliarden Euro.

Der größte Gewinnbringer im Konzern bleibt Porsche: Der Sportwagenbauer konnte seine operative Rendite leicht auf 18,5 Prozent erhöhen. Auf Platz zwei folgt die tschechische Tochter Skoda mit 9,7 (Vorjahr: 8,7) Prozent, die damit den Abstand zu Audi noch einmal vergrößert hat, obwohl die Marge des Premiumherstellers geringfügig auf 8,4 Prozent gestiegen ist. Die Kernmarke Volkswagen, die rund die  Hälfte aller Konzernautos produziert, konnte ihre Rendite im Vergleich zum Vorjahr mit 4,1 Prozent mehr als verdoppeln. VW Nutzfahrzeuge in Hannover verbesserte seine Marge von 4,1 auf 7,2 Prozent.

 

Von Jens Heitmann

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