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Niedersachsen VWN-Betriebsratschef Zwiebler tritt überraschend zurück
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen VWN-Betriebsratschef Zwiebler tritt überraschend zurück
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00:30 11.01.2018
Das VW-Werk in Hannover-Stöcken. Quelle: Holger Hollemann
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Hannover

 Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) muss sich nach einen neuem Betriebsratschef umgucken: Der bisherige Amtsinhaber Thomas Zwiebler ist am Montag überraschend zurückgetreten. Als Gründe für seine Entscheidung nennt der 52-jährige familiäre Belastungen und den Rechtsstreit um die Bezahlung von Betriebsräten bei Volkswagen. Bis zur Entscheidung über seine Nachfolge werde seine Stellvertreterin Bertina Murkovic die Geschäfte führen, teilte der VWN-Betriebsrat mit.

Zwiebler stand seit Mitte 2009 an die Spitze der Arbeitnehmervertretung. Der gelernte Maschinenschlosser ist seit seinem 19. Lebensjahr bei VWN, bildete sich dort zum Meister weiter und studierte nebenbei Arbeitswissenschaften. Bis zur Neuwahl des VW-Aufsichtsrates im April 2017 hat er die Interessen der knapp 16.000 VWN-Beschäftigten auch im obersten Kontrollgremium des Konzerns vertreten.

Thomas Zwiebler. Quelle: Prell

Im Stöckener VWN-Werk  hatte zuletzt nichts darauf hingedeutet, dass Zwiebler sein Amt niederlegen könnte. Seit Anfang Dezember galt als sicher, dass der Gewerkschafter bei den Betriebsratswahlen im März erneut als Spitzenkandidat für die IG Metall antreten würde. Dass es nun nicht dazu kommt, habe vor allem mit besonderen Belastungen innerhalb der Familie zu tun, sagte Zwiebler der HAZ. Er habe deshalb schon früher an Rücktritt gedacht, gefallen sei die Entscheidung aber erst über die Weihnachtsfeiertage.

Unmittelbar zuvor hatte Volkswagen angekündigt, die Gehälter führender Betriebsräte bis auf weiteres zu deckeln. Damit reagierte der Konzern auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig, die dem Verdacht der Untreue nachgeht. Entzündet hatte sich die Kritik insbesondere am Salär von Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh, der zu Spizenzeiten 750.000 Euro im Jahr verdiente. Die rückwirkend zum 1. Dezember 2017 eingeführte neue Gehaltsobergrenze von 96.000 Euro jährlich betrifft 14 von insgesamt 262 Betriebsräten – auch Zwiebler verdient seither weniger.

Der Gewerkschafter verhehlt nicht, dass auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und die Gehaltskürzung zu seinem Rücktritt beigetragen haben. „Das bisherige Entgelt war aufgrund meiner Verantwortung und Qualifikation gerechfertigt“, sagte Zwiebler. Dass er seine früheren Bezüge demnächst in Verfahren vor dem Arbeitsgericht rechtfertigen müsse, bedeute neben den familiären Pflichten eine zusätzliche Belastung.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Betriebsrat will Zwiebler bei VWN ins Management wechseln. Er habe sich entschlossen, ein entsprechendes Angebot anzunehmen. Zum Gehalt in der neuen Position will Zwiebler nichts sagen. Wie aus dem Unternehmen verlautet, soll die Stelle besser dotiert sein als die jüngst beschlosenen Gehaltsobergrenze für Betriebsräte – das Entgelt liege aber unterhalb der Summe, die Zwiebler vor dem 1. Dezember erhalten habe, hieß es.

Von Jens Heitmann

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