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Preisvergleich im Internet führt in die Irre

Vergleichsportale Preisvergleich im Internet führt in die Irre

Vergleichsportale im Internet sind für viele Verbraucher nicht mehr wegzudenken. Drei von vier EU-Bürgern haben dort 2014 Rat gesucht, 40 Prozent davon mindestens monatlich, hat die EU-Kommission ermittelt. Aber die Portale halten nicht immer, was sie versprechen.

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Wirklich immer die besten Angebote? Oft sind die Preise auf Portalen sogar höher als bei den Anbietern direkt, haben Verbraucherschützer herausgefunden. Foto: dpa

Quelle: Wolfram Steinberg

München. Die Portale versprechen Transparenz und den besten Preis. Tatjana Halm ist da anderer Meinung. „Es gibt keinen umfassenden Marktüberblick“, sagt die Verbraucherschützerin. Teilweise seien die Preise auf den Portalen sogar höher als bei den empfohlenen Anbietern direkt. Halm ist Teamleiterin des Marktwächterprojekts Digitale Welt mehrerer deutscher Verbraucherzentralen.

Untersucht haben die drei Verbraucherzentralen Bayern, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen unter Regie der Verbraucherzentrale Bundesverband (Vzbv) zwischen Juni und September 2015 die 27 bekanntesten und beliebtesten Buchungs- und Vergleichsportale in den Sparten Strom und Gas, Handy- und Festnetztarife sowie Flugreisen. Die Ergebnisse fielen nicht sonderlich verbraucherfreundlich aus.

Bei Strom und Gas war die Marktabdeckung der einzelnen Portale lückenhaft. In getesteten Portalen fehlten oft wichtige Strom- oder Gasanbieter. Bei Festnetztarifen wiederum waren in den verschiedenen Portalen für sonst identische Tarife die Preise sehr unterschiedlich. Ob jemand den wirklich günstigsten Tarif gefunden hat, war also entscheidend davon abhängig, auf welchem Portal er gesucht hat.

Bei Flugreisen war für den Preis das Zahlungsmittel ausschlaggebend, das bei einer Internetbuchung erst am Ende festgelegt wird. Dann kann ein anfangs günstig erscheinender Flug plötzlich teuer werden - etwa wenn ein Kunde mit Kreditkarte oder Lastschrift zahlen will. Wer einigermaßen sichergehen will, den zumindest nahezu günstigsten Preis zu finden, müsse eine lange Internetsuche einkalkulieren, mehrere Portale besuchen und am besten auch die Internetseite des Originalanbieters für das jeweilige Produkt, lautet das Fazit.

Problematisch ist auch, dass die Welt der Internetportale nicht so vielfältig ist, wie man glauben möchte. So betreibt der Medienkonzern ProSiebenSat1 zum Beispiel sechs Vergleichsportale für Energie- und Telekommunikationstarife und der Internetkonzern Unister sechs Online-Plattformen für Flugreisen, ohne dass das für Verbraucher ersichtlich wäre. Wer im Internet vermeintlich verschiedene Anbieter besucht, landet in solchen Fällen beim gleichen Unternehmen. „Angebotsvielfalt wird nur vorgegaukelt“, warnt Halm.

Welchen Einfluss die vom Originalanbieter an das Vergleichsportal gezahlten Provisionen haben, ließ sich nicht nachweisen. Die Verbraucherschützer vermuten einen Zusammenhang - ernten dafür aber Widerspruch. Keinesfalls würden Provisionen eigene Vergleichsergebnisse beeinflussen, erklärte etwa das Internetportal Verivox, nach eigenen Angaben Marktführer beim Vergleich von Energietarifen. Man liste informationshalber sogar Angebote auf, für die man mangels Vermittlungsmöglichkeit keine Chance auf Provision hat.

Am Mittwoch hatte sich bereits das Landgericht München mit einer Klage von Versicherungsvertretern gegen Check24 beschäftigt. Sie werfen dem Portal vor, seine Funktion als Makler nicht deutlich zu machen.

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