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Niedersachsen Dafür streiken Hannovers Verkäufer
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00:16 05.06.2017
Hannoversche Obi-Mitarbeiter halten zusammen: Betriebsratschef Klaus Scholl mit streikenden Kollegen. Quelle: Villegas
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Hannover

In vielen Städten pochen derzeit Beschäftigte des Einzelhandels mit Warnstreiks auf höhere Löhne. In den laufenden Tarifverhandlungen fordert die Gewerkschaft Verdi eine Anhebung der Einkommen um 
6 Prozent. Davon würde jedoch nur ein relativ kleiner Teil der Beschäftigten profitieren – denn die meisten Handelsunternehmen sind nicht tarifgebunden.

Einige Beschäftigte der Branche kämpfen dafür, dass ihre Arbeitgeber den Tarifvertrag überhaupt anerkennen. In Hannover wollen am heutigen Sonnabend dafür einige Dutzend Beschäftigte von Toys“R“us, New Yorker und Obi auf die Straße gehen. Sie wurden von Verdi zum Streik aufgerufen. Die Kunden betrifft das kaum – der Anteil der Gewerkschaftsmitglieder in der Branche ist gering. Bei vielen nicht tarifgebundenen Unternehmen wäre ein solcher Streikaufruf ohendies nicht möglich, weil die Belegschaften der Gewerkschaft dafür kein Verhandlungsmandat erteilt haben.

Nach einem Aufruf der Gewerkschaft ver.di streiken in Hannover mehrere Beschäftigte aus dem Einzelhandel für die Stärkung der Tarifbindung.

„Wir fordern die Tarifbindung, weil wir im Schnitt 170 Euro unter Tarif bezahlt werden“, sagt Klaus Scholl, Betriebsrat bei Obi und Mitarbeiter in der Lindener Filiale der Baumarktkette. Eine Mitarbeiterin von Toys“R“us in Altwarmbüchen beklagt, dass Kollegen mit älteren Verträgen seit Jahren tarifliche Lohnerhöhungen vorenthalten worden seien. Neue Kollegen stiegen mitunter nur mit dem Mindestlohn von 8,84 Euro in der Stunde ein.

Obi äußerte sich am Freitag nicht zu diesem Thema. Toys“R“us erklärte, dass das Unternehmen „lange dem Tarifvertrag angelehnte Gehälter gezahlt habe“ und „auch heute leistungsbezogene Gehälter“ biete.

Modeläden fast nur ohne Tarifbindung

Die Tarifbindung im Einzelhandel ist in den vergangenen Jahren drastisch zurückgegangen. In Niedersachsen arbeitet noch ein Drittel der 310 000 Beschäftigten des Wirtschaftszweigs bei tarifgebundenen Firmen. Einige weitere Einzelhändler überweisen allerdings freiwillig Tariflöhne.

„In der Innenstadt sieht man fast nur noch Modeläden, die nicht tarifgebunden sind“, sagt Streikleiterin Juliane Fuchs von Verdi in Hannover. Zu den Ausnahmen mit Tarifbindung zählten H&M, Esprit und Karstadt. Verdi schaffte es im Jahr 2015, die Primark-Filiale in Hannover zur Anerkennung des Tarifvertrages zu bewegen.

Die geringe Bedeutung des Tarifvertrags in der Branche erschwert für Verdi die laufenden Verhandlungen mit den Arbeitgebern über Lohnerhöhungen. Wenn immer mehr Händler ihre Mitarbeiter unter Tarif entlohnen, haben tariftreue Unternehmen Wettbewerbsnachteile. Dies engt den Spielraum für Lohnerhöhungen ein.

In den kommenden Wochen will Verdi auch wieder Mitarbeiter tarifgebundener Einzelhandelsunternehmen zu Warnstreiks aufrufen. Das bisherige Angebot der Arbeitgeber in Höhe von 2,5 Prozent mehr Lohn wies die Gewerkschaft zurück.

Christian Wölbert

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