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Niedersachsen Deutsche Bahn: mehr Kunden, mehr Verspätungen, weniger Gewinn
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Deutsche Bahn: mehr Kunden, mehr Verspätungen, weniger Gewinn
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16:58 25.07.2018
Der Hamburger Hauptbahnhof zählt zu den überlasteten Knotenpunkten der Bahn Quelle: pa
Berlin

Reisen mit der Deutschen Bahn werden immer beliebter. Im ersten Halbjahr 2018 schaffte der Verkehrskonzern erneut einen Fahrgastrekord, wie er am Mittwoch mitteilte. Auch der Umsatz kletterte im abgelaufenen Halbjahr merklich – doch gleichzeitig brach der Gewinn ein. Das lag zum einen an größeren Problemen im Güterverkehr. Außerdem investierte die Bahn mehr Geld im Kampf gegen Verspätungen.

Trotzdem sank die Pünktlichkeitsquote im ersten Halbjahr auf 77,4 Prozent. „Wir erwarten eine Trendwende zum Besseren im zweiten Halbjahr“, sagte Vorstandschef Richard Lutz. Doch das Jahresziel von 82 Prozent pünktlicher Fernzüge gab er auf: Er rechne mit einer Quote von unter 80 Prozent. Nach Definition der Bahn gelten Züge als pünktlich, wenn sie weniger als sechs Minuten nach der planmäßigen Ankunftszeit eintreffen. Bereits 2017 hatte die Bahn ihr Ziel verpasst.

Flaschenhälse im Netz

Als Hauptursache für die größere Zahl an Verspätungen nannte Infrastruktur-Vorstand Ronald Pofalla Kapazitätsprobleme. Knotenpunkte wie Köln, Hamburg und Frankfurt sowie einige Streckenabschnitte seien besonders stark belastet. Als engste Stelle im Schienennetz bezeichnete Pofalla die Strecke von Köln nach Dortmund. Zu weiteren Beispielen und einer Bewertung des Hauptbahnhofs Hannover wollte sich die Bahn am Mittwoch nicht äußern. Besondere Teams sollen demnächst die stark belasteten Abschnitte steuern, damit die Züge künftig reibungsloser fahren, hieß es.

In ihren Fernzügen zählte die Bahn 70,9 Millionen Reisende – 3,8 Prozent mehr als in der ersten Jahreshälfte 2017. Die Verkehrleistung, die die zurückgelegte Strecke der Fahrgäste widerspiegelt, stieg sogar um 6,0 Prozent. Der Umsatz lag im ersten Halbjahr bei 21,9 Milliarden Euro, ein Plus von 3,8 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank dagegen um 205 Millionen Euro oder 17 Prozent auf 974 Millionen Euro. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 562 Millionen Euro – das ist ein Rückgang um 217 Millionen Euro oder 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Cargo-Krise verschärft sich

Lutz nannte als Gründe „Sonderbelastungen aus Unwettern“, Kosten für die Umstellung auf digitale Systeme und „Ausgaben, um unsere Pünktlichkeit zu verbessern“. Aus dem Geschäftsbericht geht hervor, dass das Ebit im Nahverkehr (DB Regio) und bei der Güterbahn (DB Cargo) um jeweils 100 Millionen Euro zurückging. DB Cargo rutschte damit tiefer in die roten Zahlen – auf ein Ebit von minus 127 Millionen Euro. Dabei machten sich die schwache Stahlproduktion und die Schließung von Kohlekraftwerken bemerkbar.

Seit Jahren gibt es aber auch hausgemachte Probleme im Güterverkehr, wie der zuständige Vorstand Alexander Doll einräumte. Nötig seien „weniger stehende Züge, und wir müssen auch die Produktivität der Lokführer erhöhen“. Zugleich müssten aber auch mehr Lokführer eingestellt werden.

Von Bernd Röder

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