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Verleihgeschäft

Video Buster eröffnet Spielhallen

Von Helmuth Klausing

Mit einem neuen Geschäftszweig will der niedersächsische Videothekenbetreiber Video Buster den zurückgehenden Umsätzen im klassischen Verleihgeschäft begegnen.
"Eine Nummer besser als Baden-Baden": Die neu eröffnete Spielhalle von Video Buster in Hannover.

"Eine Nummer besser als Baden-Baden": Die neu eröffnete Spielhalle von Video Buster in Hannover.

© Rainer Surrey

In Hannover hat das Seesener Unternehmen jetzt eine erste Automatenspielhalle eröffnet. In der Zeißstraße soll das „Casino Deluxe“ eine deutlich breitere Zielgruppe ansprechen als bisherige Spielhallen.

Bei der Inneneinrichtung habe man den Automatensaal der Baden-Badener Spielbank als Maßstab genommen, erläutert Video-Buster-Vorstand Mario Brunow. „Und dann haben wir alles noch eine Nummer besser gemacht.“ Edel und hochwertig solle die 600 Quadratmeter große Spielhalle wirken. Damit wolle man sich deutlich von bisherigen Spielhallen absetzen, deren Image „nicht besonders entwickelt“ sei, wie Brunow vorsichtig formuliert.

Verräuchert, dunkel und mit zuklebten Scheiben – so sollen die „Casino-Deluxe“-Spielhallen gerade nicht aussehen, betont der Video-Buster-Vorstand. Stattdessen sollte Innenarchitekt Tom Franz aus Laatzen für eine helle und freundliche Atmosphäre mit einem Hauch Luxus sorgen. Roter Teppichboden, goldene Spiegelrahmen, weiße Säulen und eine Freitreppe unterstreichen den Anspruch. Für die Abende am Wochenende wurde sogar ein Klavierspieler engagiert, der mit Livemusik unterhält, während die Kunden die Tasten an den 24 Spielgeräten drücken. Die Resonanz am Eröffnungswochenende sei sehr ermutigend gewesen, sagte Brunow. Wenn das Konzept aufgeht, soll die Spielhalle um zwölf Spielgeräte erweitert werden. Noch in diesem Jahr will Video Buster fünf weitere Standorte eröffnen, davon noch zwei in Hannover.

Video Buster sei vor Jahren angetreten, um Videotheken von ihrem Schmuddelimage zu befreien, erläutert Brunow. Man habe die Räume heller gemacht als die Konkurrenz, breitere Gänge zwischen die Regale gezogen und sei damit erfolgreich gewesen. Nun plane man dasselbe mit den Spielhallen, um damit Besucher anzulocken, die sonst nie in eine Spielhalle gehen würden.

Das neue Geschäft soll Video Buster in einer Zeit helfen, in der branchenweit die Umsätze im DVD-Verleih zurückgehen. Setzten – nach Zahlen des Branchenverbands IVD – 2005 noch bundesweit 4300 Videotheken 320 Millionen Euro um, so waren es im vergangenen Jahr nur 264 Millionen Euro in noch 3508 Videotheken. Video Buster spüre dies auch, räumt Brunow ein, allerdings liege der Fall bei den Seesenern etwas anders. Man habe sich im Gegensatz zu anderen Videothekenbetreibern frühzeitig auch das Internet als Vertriebsweg erschlossen – sei es für den DVD-Versand oder zum Herunterladen von Filmen (Video on demand).

Auch Video Buster musste zwei Standorte schließen und verfügt nun noch über 38 Videotheken, das wachsende Geschäft über das Internet gleiche aber vieles aus. Für 2009 erwartet Brunow sogar insgesamt ein Umsatzwachstum im Endkundengeschäft um 20 Prozent auf rund 30 Millionen Euro. Die Erlöse aus den Spielhallen seien dabei noch nicht eingerechnet.

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