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Hannover bekommt einen "Virtual Reality"-Spielraum

Ausflug in die virtuelle Realität Hannover bekommt einen "Virtual Reality"-Spielraum

Zeit, in die virtuelle Realität abzutauchen: Das Start-up "Virtuis" aus Nürnberg will gemeinsam mit „einem führenden Anbieter von Entertainment-Parks“ bis Ende 2018 mindestens 15 große VR-Spielräume in Norddeutschland eröffnen – im Sommer einen in Hannover.

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Blind für die echte Umgebung: VR-Brillen entführen Freunde von Computersielen in eine neue Welt; von diesem Trend wollen junge Firmen profitieren.

Quelle: Oliver Berg

Hannover. Zwar reden alle über die virtuelle Realität (VR), aber nur wenige sind selbst schon einmal in ihr abgetaucht. Denn noch kosten VR-Brillen viel Geld. Außerdem braucht man eine aktuelle Spielkonsole oder einen besonders schnellen PC. Plus viel Platz zu Hause - am besten ein leeres Zimmer. Denn die meisten VR-Spiele machen nur dann Spaß, wenn man sich frei im Raum bewegt, statt auf dem Sofa sitzen zu bleiben.

Deshalb wittern nun einige Unternehmen eine Chance: Sie wollen „VR-Arcades“ etablieren, spezielle Räume, in denen sich stets die neuesten VR-Spiele spielen lassen. Abgerechnet wird pro Minute.

Besonders große Pläne hat die Firma Virtuis. Das Start-up aus Nürnberg will gemeinsam mit „einem führenden Anbieter von Entertainment-Parks“ bis Ende 2018 mindestens 15 solcher VR-Spielräume in Norddeutschland eröffnen, sechs davon noch in diesem Jahr. Die erste der Spielstätten soll in Bremen aufmachen, die zweite in Hannover. Derzeit suche Virtuis einen geeigneten Ort in Hannover, sagte eine Unternehmenssprecherin Janina Werner der HAZ. Die Eröffnung sei für den Sommer geplant. Den Namen der Partnerfirma verrät Virtuis noch nicht.

Noch nicht viele Mitbewerber

Bislang gibt es in Deutschland erst eine Handvoll VR-Hallen. Virtuis betreibt eine in Nürnberg, bald kommt ein Ableger in Augsburg hinzu. Weitere Firmen sind unter anderem in Bad Hersfeld, Düsseldorf und Saarbrücken aktiv.

Virtuis will in seinen norddeutschen Hallen jeweils acht bis 20 VR-Räume anbieten. In jeden dieser Räume darf immer nur ein einziger Kunde - damit sich die Spieler nicht gegenseitig umrennen. Denn wer die Computerbrille trägt, sieht nur noch die virtuelle Realität und ist blind für seine echte Umgebung.

In der virtuellen Welt sind die Teilnehmer aber nicht allein. Sie sehen gegenseitig ihre Spielfiguren und können zusammenarbeiten - oder gegeneinander kämpfen, je nach Spiel. Bei „Towertag“ zum Beispiel schießen die Spieler mit Lasergewehren aufeinander und gehen hinter Türmen in Deckung. Das Besondere: Die Türme sind in den Spielräumen als Plexiglassäulen wirklich vorhanden. Wer die Säule im Spiel anfasst, spürt sie auch. Dadurch wirkt das Spiel besonders realistisch.

Fokus: jungendfreie Unterhaltung

„Towertag“ ist zwar schnell und anstrengend, aber nicht düster oder gar blutrünstig. Generell will Virtuis nur wenige Actionspiele anbieten. Der Fokus liege auf jugendfreier Unterhaltung: „Unsere Hauptzielgruppe sind Familien“, sagt Werner.

Die Virtuis-Sprecherin legt auch Wert auf die Feststellung, dass das Unternehmen keine „Spielhallen“ betreibe. Der Begriff erinnere an einarmige Banditen und ähnliche Spielautomaten. In den VR-Spielstätten gibt es hingegen nichts zu gewinnen. Außerdem füttern die Kunden die Computer nicht Spiel für Spiel mit Münzen, sondern zahlen vorab einen festen Preis für eine bestimmte Zeit. In Nürnberg kosten 20 Minuten 15 Euro, für eine Stunde zahlt man 40 Euro. Das ist zwar alles andere als günstig, aber immer noch wenig im Vergleich zu den Anschaffungskosten für VR-Brillen und das Zubehör.

So funktioniert die virtuelle Realität

Schon seit einigen Jahrzehnten prophezeien Marktforscher den Durchbruch von Virtual Reality (VR). Bislang ist das noch nicht passiert, aber aktuelle VR-Brillen wie Oculus Rift, HTC Vive oder Playstation VR wirken zumindest technisch ausgereift. In den Brillen stecken zwei Displays, die dem rechten und dem linken Auge Bilder aus unterschiedlicher Perspektive zeigen. Dadurch wirkt die virtuelle Welt räumlich. Die Grafik ist zwar bei Weitem nicht fotorealistisch, aber in gut gemachten Spielen vergisst man die Außenwelt trotzdem schnell. Risiken und Nebenwirkungen: Manch einem wird schlecht, wenn er sich in der virtuellen Welt bewegt. Außerdem sollten Eltern beachten: VR-Spiele wirken intensiver als Spiele am Monitor. Die Spiele-Prüfstelle USK berücksichtigt das bereits bei ihren Jugendschutzfreigaben.

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