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Niedersachsen Volksbank schafft kostenloses Girokonto ab
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Volksbank schafft kostenloses Girokonto ab
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00:15 21.07.2016
Von Albrecht Scheuermann
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Die Abschaffung des kostenlosen Girokontos und weitere Preiserhöhungen der Sparkasse finden erste Nachahmer in Hannover: Die Hannoversche Volksbank will demnächst eine neue Preisregelung beschließen, die ebenfalls die Abschaffung des kostenlosen Online-Kontos enthält. Dies bestätigte ein Sprecher der Bank, wollte jedoch noch keine Einzelheiten nennen.

Auch andere Banken, die im Moment noch von der Gebührenanhebung bei der Sparkasse profitieren, schließen Änderungen nicht aus. „Wir bemerken einen Anstieg bei der Anzahl der Girokontoeröffnungen in unseren hannoverschen Filialen. Den Kunden ist eine kostenlose Kontoführung wichtig – egal ob online oder persönlich in der Filiale“, erklärte Jochen Ramakers, Vertriebsvorstand der Sparda-Bank Hannover. Allerdings hat auch diese Bank die Einführung von Gebühren nicht für alle Zeit ausgeschlossen.

Kontogebühren verärgern Kunden

Die Abschaffung des kostenloses Girokontos hat bei der Sparkasse Hannover zu einem Kundenschwund geführt. Die Kündigungen liegen nach Angaben einer Sprecherin jedoch „im unteren Bereich der eigenen Erwartungen“. „Wir haben mehr Abflüsse und Kontoschließungen als gewöhnlich“, erklärte sie. Dennoch nannte sie es „erfreulich“, dass die Prognose bislang „nicht ausgereizt“ worden sei. Konkrete Zahlen wollte sie nicht nennen.

Die Sparkasse Hannover hatte im Frühjahr eine neue Entgeltregelung angekündigt. Der Standardpreis pro Monat beträgt nun 7 Euro – und zwar auch für die bislang kostenfrei geführten reinen Online-Girokonten. Für Neukunden gilt die Preisanhebung seit Mai, für Altkunden seit Juli.

Nach eigenen Angaben gewinnt das hannoversche Institut aber auch weiterhin auch neue Kunden. Die Sprecherin räumte aber ein, dass es etliche Beschwerden aus dem Kundenkreis gebe. Die Mitarbeiter suchten in solchen Fällen das Gespräch – oftmals gelinge es auch, Kunden umzustimmen, „wenn ihnen klargemacht wird, welche Leistungen die Sparkasse für die Region erbringt“. Ende Juni hatte sie 435 000 Girokonten.

Hoher Druck durch fallende Zinsen

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Derzeit wird in vielen Banken und Sparkassen über höhere Preise nachgedacht, da das Einlagengeschäft immer weniger Geld abwirft. Grund dafür ist die Niedrigzinspolitik der EZB, die die Zinsmarge der Geldhäuser zunehmend unter Druck setzt. Während die Kreditzinsen besonders für Baugeld immer tiefer fallen, scheuen sich die Institute bislang, ihre Einlagenzinsen für Privatkunden unter 0 Prozent zu senken. Groß­anleger wie Unternehmen oder Pensionskassen müssen dagegen schon Strafzinsen bezahlen, wenn sie Geld zur Bank bringen.

Gebührenanhebungen zum Ausgleich für schwindende Zinsgewinne finden auch die Zustimmung der deutschen Finanzaufsichtsbehörde Bafin. „Die Banken werden ihre Geschäftsmodelle in Gänze überdenken müssen“, hatte Bafin-Präsident Felix Hufeld vor einigen Wochen erklärt. Die Privatkunden-Banken müssten ihre Abhängigkeit vom Zinsergebnis verringern, da der Niedrigzins noch lange andauern dürfte. Deshalb müssten sie neue Erlösquellen auftun – auch durch höhere Gebühren.     

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