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Niedersachsen „Zukunft von VW entscheidet sich in China“
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen „Zukunft von VW entscheidet sich in China“
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15:26 07.01.2019
VW-Chef Herbert Diess führt künftig auch das China-Geschäft selbst. Quelle: dpa
Peking

China soll nach den Plänen von VW-Chef Herbert Diess künftig noch eine viel wichtigere Rolle für den deutschen Autokonzern spielen. „Die Zukunft von Volkswagen wird sich auf dem chinesischen Markt entscheiden“, sagte der Manager am Montag in Peking. Diess will Mitte des Monats selbst die Führung des China-Geschäfts übernehmen, wenn der bisher dafür zuständige Konzernvorstand Jochem Heizmann in den Ruhestand geht.

Der VW-Chef begründete diesen Schritt mit den großen Veränderungen, die sich derzeit auf dem größten Automarkt der Welt abspielen. Über viele Jahre hätten internationale Autobauer ihre Technologie von außen auf den chinesischen Markt gebracht. Doch nun spiele sich Innovation zunehmend direkt in China ab, wo Fähigkeiten etwa in der E-Mobilität oder bei selbstfahrenden Autos schon „weit entwickelt“ seien. Dies sei auch Folge eines klaren Plans der chinesischen Führung, die dabei sei, das Land zu einem „internationalen Kraftzentrum der Autoindustrie“ zu entwickeln.

„Wir werden Fähigkeiten, die wir heute nicht haben, vor allem in China aufbauen“, sagte Diess. Notwendig seien dabei etwa „viel engere Beziehungen“ mit chinesischen Technologie-Konzernen. VW werde seine Forschungsaktivitäten in Deutschland nicht zurückfahren, stattdessen wolle man zusätzliche Ressourcen in China aufbauen.

Diess hat im vergangenen Jahr etwa 20 Tage in China verbracht – künftig werde er dort etwa doppelt so viel Zeit verbringen. Zunächst wolle der Konzern eine Gesamtstrategie für die Volksrepublik entwerfen, Details dazu wolle man noch im laufenden Jahr verkünden. Für das Tagesgeschäft in China holt sich Diess hingegen Unterstützung, es wird künftig von Stephan Wollenstein geführt, der derzeit für die Entwicklung der Marke VW in China zuständig ist. Trotz eines aktuell schwachen Marktumfelds rechne er mit weiterem Wachstum, sagte der Manager. Die Einführung neuer Modelle werde auch in diesem Jahr zu einem Absatzplus für VW in China führen.

Unterdessen hat der Elektroautohersteller Tesla in Schanghai den Grundstein für eine Fabrik in China gelegt – es solle das größte Werk außerhalb der USA werden, sagte Vorstandschef Elon gestern. Die Fabrik solle bis Sommer stehen, der Beginn der Produktion der ersten Autos vom Typ Model 3 ist für Ende des Jahres geplant. Die sogenannte „Gigafactory“ wird die erste Autofabrik sein, die vollständig einem ausländischen Autohersteller gehört.

Von Jörn Petring

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