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VW legt erste Investitionen auf Eis

Kreditwürdigkeit herbgestuft VW legt erste Investitionen auf Eis

Als Folge des Abgas-Skandals legt Volkswagen erste Investitionen – wie das geplante Designzentrum in Wolfsburg – auf Eis. Außerdem kratzen die erwarteten Kosten an der Kreditwürdigkeit des Autobauers. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat VW herabgestuft. Martin Winterkorn muss indes alle Ämter abgeben.

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Volkswagen muss nach dem Skandal wegen manipulierter Abgaswerte rund elf Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten rufen und umrüsten.

Quelle: dpa

Wolfsburg. Der Sparkurs bei Volkswagen als Folge des Abgas-Skandals zeigt erste konkrete Auswirkungen. Nach HAZ-Informationen verzichtet der Konzern zunächst auf ein neues Designzentrum in Wolfsburg, das auf 35 000 Quadratmetern Fläche 530 Menschen Arbeitsplätze bieten sollte. Baustart war bereits im Frühjahr, ursprünglich sollte das Multimillionen-Projekt 2018 beendet sein.

Zudem kratzen die zu erwartenden Milliardenkosten des Skandals an der Kreditwürdigkeit des Unternehmens. Die US-Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat den Konzern herabgestuft: Die Note für die langfristige Kreditwürdigkeit werde um eine Stufe auf „A-“ gesenkt, teilte S&P mit.

Volkswagen muss nach dem Skandal wegen manipulierter Abgaswerte rund elf Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten rufen und umrüsten. Allein dafür wurden 6,5 Milliarden Euro zurückgestellt – der Gesamtschaden wird aller Voraussicht nach aber noch weit darüber liegen. Der Gewinn dürfte dramatisch einbrechen. Der neue VW-Chef Matthias Müller will alle Investitionen auf den Prüfstand stellen. „Was nicht zwingend nötig ist, wird gestrichen oder geschoben“, sagte er auf einer Betriebsversammlung.

Am Dienstag will Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) den Landtag über die Geschehnisse bei VW unterrichten. Die FDP hatte die Frage aufgeworfen, ob es eigentlich richtig sei, dass das Land keine „geschulten“ Kontrolleure in den Aufsichtsrat entsende. Weil wies vor der Landtagssitzung Kritik an der Gesellschafterstruktur von VW zurück. „Die Abgas-Affäre hat mit der Anteilseignerschaft des Landes Niedersachsen schlichtweg nichts zu tun“, sagte er der HAZ. „Bekanntlich haben die Vertreter des Landes von diesen Vorgängen aus den Medien erfahren, sie hatten zuvor dafür überhaupt keine Anhaltspunkte“, sagte der Ministerpräsident, der mit Wirtschaftsminister Olaf Lies im VW-Aufsichtsrat sitzt. Weil betonte, dass das Land mit seinem Engagement langfristige Interessen verfolge, „die auf der Basis eines professionellen Beteiligungsmanagements geltend gemacht werden“.

Martin Winterkorn verlässt alle Gremien

Personaldebatten werden aber auch an anderer Stelle des Unternehmens geführt. So steht der frühere Vorstandschef Martin Winterkorn vor dem Rückzug aus allen anderen Gremien des Konzerns. Das sei nur noch eine Frage von Tagen, verlautete am Montag aus Wolfsburg. Winterkorn sitzt derzeit noch in den Aufsichtsgremien der Töchter Audi, Porsche und der neuen Braunschweiger Lkw-Holding. Gleichzeitig ist er Vorstandschef des größten VW-Aktionärs – der Porsche SE, in der die Familien Porsche und Piëch ihre Anteile gebündelt haben.

Mit Winterkorns Abschied aus den Ämtern war bereits seit Längerem gerechnet worden. Niedersachsens Landesregierung hat offenbar auf einen vollständigen Rückzug des früheren Vorstandschefs gedrungen. Allerdings sind in solchen Fällen diverse arbeitsrechtliche Fragen zu klären.

Gleichzeitig mussten sich die Familien erst einmal darüber einig werden, wer ihre Holding künftig führen soll. Darüber gibt es bislang keine Klarheit. Im Vorstand der Porsche SE sitzt auch Hans Dieter Pötsch, der gerade zum Vorsitzenden des VW-Aufsichtsrats bestimmt wurde. Er könnte auch den SE-Vorsitz übernehmen. In Konzernkreisen wird gemutmaßt, dass der neue VW-Chef Müller keine vergleichbare Ämterfülle anstrebt wie sein Vorgänger.
Der Skandal um manipulierte Abgaswerte hatte Winterkorn aus dem Amt gefegt. Am 23. September hatte er den Aufsichtsrat gebeten, „eine Vereinbarung zur Beendigung meiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns zu treffen“. Der Vertrag lief ursprünglich bis Ende 2016. Seine übrigen Posten blieben in Winterkorns Erklärung unerwähnt.

Von Larz Ruzic und Michael B. Berger

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Foto: Ob Leonardo DiCaprio auch eine Rolle im Film über den VW-Abgas-Skandal übernimmt, steht noch nicht fest.

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