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Industrie 4.0 Thema bei der Hannover Messe

Vorschau Industrie 4.0 Thema bei der Hannover Messe

Pfiffige Roboter und Maschinen, die ihre Arbeit untereinander selber organisieren, welcher Platz bleibt da für den Menschen in der Fabrik der Zukunft? Das ist das Hauptthema beim Komplex der Industrie 4.0 geht es bei der Hannover Messe.

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Technik mit „Mehrwert“ für die Industrie: Prof. Sami Haddadin (l.) und Messe-Vorstand Jochen Köckler mit einem Industrieroboter

Quelle: Deutsche Messe

Hannover. Zum 70. Geburtstag der  Hannover Messe  verzeichnen die Veranstalter eine große Nachfrage. „Das Gelände wird knackevoll“, sagte Messe-Vorstand Jochen Köckler am Donnerstag. In der letzten Aprilwoche werden mehr als 6500 Aussteller und rund 220 000 Besucher erwartet. Damit könnte die Hannover Messe die – wegen des Turnus bei bestimmten Themengebieten der Messe – vergleichbare Veranstaltung vor zwei Jahren leicht übertreffen.

Nachdem die Aussteller auf der Industrieschau im vergangenen Jahr den technologischen Durchbruch für die „Industrie 4.0“ verkündet haben – also die Vernetzung von Produktion, Software und IT –, gehe es nun darum, die entsprechenden Maschinen auch zu verkaufen, sagte Köckler. Die Messe stehe unter dem Motto „Integrated Industry – Creating Value“: Die Hersteller müssten beweisen, dass ihre Neuheiten tatsächlich einen Mehrwert schafften.

Dass es hier noch Defizite gibt, räumen die Aussteller ein. „Wir haben uns bisher zu viel auf die Anwendung konzentriert – und zu wenig am Nutzen für den Kunden orientiert“, sagte Ansgar Kriwet, Vertriebsvorstand des Automatisierungstechnikspezialisten Festo. Vor zwei Jahrzehnten habe vor allem die technische Funktion über den Erfolg eines Produkts entschieden. Zehn Jahre später seien auch die Preise immer wichtig geworden – nun entscheide zunehmend die Liefergeschwindigkeit.

Roboter stehen im Zentrum

Die Hannover Messe profitiert 
davon, dass sie Einblick in diverse Industriebereiche ermöglicht – von der Automation bis zur Zulieferbranche. Das biete den Ausstellern die große Chance, das Zusammenwachsen der Technologien aufzuzeigen, sagte Köckler: „Nur in Hannover gibt es die Lösung für das große Ganze.“

Durch diese Positionierung ist die Messe auch für die großen Roboterhersteller wieder attraktiv geworden, die neben der Automatica in München ebenfalls die größere Industrieschau in Hannover ansteuern: Neben dem deutschen Branchenprimus Kuka ist erneut der japanische Konkurrent Fanuc vertreten.

Lange kamen Roboter nur dort zum Einsatz, wo es um die standardisierte Fertigung großer Stückzahlen ging, unter anderem in der Autoindustrie. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine war aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt – die Roboter durften nur hinter einem Schutzzaun agieren, um die Mitarbeiter nicht zu gefährden.

Jetzt nähere sich eine neue Generation der Marktreife, die einen massenhaften Einsatz möglich mache, sagte Prof. Dami Haddadin, Direktor des Instituts für Regelungstechnik an der Universität Hannover. Diese „kollaborativen Roboter“ – kurz: „Cobots“ – könnten nicht nur Produktionsprozesse komplett verändern. Die Hersteller versprechen bereits den „intelligenten Roboterassistenten für jedermann“. Weil „Cobots“ über Sensoren verfügen, die bis zu sechzigmal schneller reagieren als der Mensch, können sie diesem nicht mehr gefährlich werden. Dies eröffne ihnen den Zugang zu allen Fertigungs- und Lebensbereichen – von der Fabrik bis zum Pflegeheim, hieß es.

Noch allerdings sei der Mensch als Lehrer für die Roboter unentbehrlich, sagte Haddadin. Bald könnten „Cobots“ jedoch motorische Fähigkeiten erlernen: Der Mensch müsse nur noch seine Wünsche formulieren. Der Roboter entscheide dann selbstständig, wie er das vorgegebene Ziel erreichen wolle.     

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