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Ein 96-Fan feiert den Aufstieg

Medienkonzern ProSiebenSat.1 Ein 96-Fan feiert den Aufstieg

Der Vorstandsvorsitzende Thomas Ebeling hat ProSiebenSat.1 aus der Krise in den Dax geführt. Der gebürtige Hannoveraner und freut sich über eine enorme Wertsteigerung - und leidet mit den "Roten".

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„Stolz und Freude“: Thomas Ebeling führt jetzt einen Dax-Konzern.

Quelle: Sven Hoppe (dpa)

München. Thomas Ebeling gehört zu den Fußballfans, die bei Ligaspielen aus den Achtzigerjahren heute noch wissen, wer welches Tor geschossen hat. Er muss jetzt leiden: Der gebürtige Hannoveraner ist Fan des Tabellenletzten. Doch während Hannover 96 dem Abstieg entgegen taumelt, feiert der Chef von ProSiebenSat.1 den Aufstieg in die erste Börsen-Bundesliga: Die Aktie des Münchner Medienkonzerns rückt in den Dax auf und nimmt dort wie erwartet den Platz von K+S ein.

Das hat die Deutsche Börse am Donnerstag Abend entschieden - nicht wegen des aktuellen juristischen Ärgers bei K+S, sondern wie immer auf Basis von Marktwert und Handelsvolumen. Am 21. März werden die Plätze in den Börsentabellen getauscht.

Als Ebeling 2009 zu ProSiebenSat1 kam, lag das Unternehmen am Boden, die Aktie war 88 Cent wert. Am Freitag notierte sie bei 46 Euro, Ebeling könnte sich also einer Wertsteigerung von mehr als 5000 Prozent rühmen. Außerdem ist das Unternehmen nicht mehr auf die Hilfe von Finanzinvestoren angewiesen und kann unabhängig agieren.

Ein Dax-Aufstieg würde ihn „mit Freude und Stolz erfüllen“, sagte Ebeling noch auf der Bilanz-Pressekonferenz im Februar, aber „operativ ändert das natürlich nichts“. Das TV-Geschäft wirft noch immer eine stattliche Rendite ab und treibt das Wachstum mit Internetportalen an.

Das funktioniert so: Der Konzern beteiligt sich an Plattformen wie billiger-mietwagen.de, weg.de oder dem Vergleichsportal Verivox. Werbung auf den hauseigenen Sendern macht sie groß - und begleicht oft außerdem einen Teil des Kaufpreises sozusagen als Sachleistung.

So schaffen sich die Münchner zwei Standbeine und sichern sich gegen Marktschwankungen ab. Im Digitalbereich sieht sich der Konzern nach Übernahmezielen um, die mit Abomodellen Geld verdienen: „Gerade für uns sind diese Modelle wichtig, weil unsere Investoren Berechenbarkeit wollen und auf die Entwicklung der Dividende schauen“, sagt Ebeling.

So machte er das Unternehmen zu einem Liebling der Anleger. Von den einstigen Großaktionären KKR und Permira bekam er 2014 gar einen stattlichen Bonus von 23,4 Millionen Euro - schließlich konnten die beiden Finanzinvestoren dank seiner Erfolge vor ihrem Ausstieg noch eine üppige Sonderdividende mitnehmen. Der Abschied der Großaktionäre ließ gleichzeitig den Streubesitz an der Börse kräftig steigen - eine Voraussetzung für die schon länger absehbare Aufnahme in den Dax.

Allerdings machte sich Ebeling auf seinem Weg nicht nur Freunde. Nach dem Amtsantritt drückte er drastische Sparmaßnahmen und einen Stellenabbau durch, ließ Sat.1 von Berlin nach München umziehen und verkaufte N24 an den Springer-Konzern. Ebeling gilt auch als Mann deutlicher Worte, der nicht davor zurückschreckt, Rüffel vor versammelter Mannschaft zu verteilen.

Auf der anderen Seite ist er ein Verkaufstalent und brachte schon Zigaretten und Pepsi-Cola unter die Leute. Später wechselte er zum Pharmakonzern Novartis in die Schweiz und hat seinen Wohnsitz auch heute noch dort. 96-Fan ist der 1959 geborene Ebeling aber seit den Tagen von Hans Siemensmeyer geblieben.

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