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So vielseitig lassen sich Drohnen einsetzen

Vorstellung auf der Cebit So vielseitig lassen sich Drohnen einsetzen

Auf der Cebit zeigen Hersteller von Drohnen, wozu die kleinen Fluggeräte so in der Lage sind. Von der Seenotrettung bis zur Landvermessung beim Straßen- und Brückenbau zeigen die Produzenten vielseitige Nutzungsmöglichkeiten auf.

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Eine Drohne der Firma Dronemasters auf der Cebit: Für die kleinen Fluggeräte gibt es viele Nutzungsmöglichkeiten.

Quelle: Peter Steffen

Landwirtschaft: Als Helfer für Landwirte versteht sich Frank Lochau mit seinem Leipziger Unternehmen Procopter. Aus der Luft können seine Kameradrohnen beim Flug über Felder erkennen, wo zu wenig gedüngt wurde oder wie groß Schäden etwa durch Hagel oder Mäusefraß sind. Dem kann der Landwirt dann gezielt entgegenwirken. Bis zu 45 Hektar ließen sich pro Stunde aus der Luft überprüfen, und das ohne den Boden unnötig zu verdichten, wie es beispielsweise bei einer Treckerfahrt unumgänglich wäre.

Straßen und Brücken: In der Landvermessung sind die Fluggeräte der Firma Aibotix aus Kassel tätig. Und in ganz Italien werden die Straßen und Brücken mit den Drohnen inspiziert. Schäden an den Pfeilern von Talbrücken mussten bisher von Kletterern begutachtet werden. Jetzt geht das am Bildschirm vom Boden aus. Einen Nachteil fürs Geschäft sieht Aibotix-Vertriebschef Nils Thoss dennoch: Um die Verkehrsinfrastruktur von ganz Italien zu überprüfen, genügen gerade mal drei seiner Fluggeräte.

Atomanlagen: Auch die Internationale Energiebehörde IAEA zählt Aibotix zu seinen Kunden. Deren zwei Drohnen sind weltweit im Einsatz. Zuletzt beispielsweise in Fukushima. Nur dass die Flugmaschine dort anstelle einer Kamera einen Geigerzähler trägt.

Lagerhaltung: Jüngster Einsatzort der Kasseler Flugmaschinen sind die gewaltigen Hochregallager eines Maschinenbauers. Dort scannt die Drohne die mit Funkchips versehenen Kisten und Container im Lager, um einen Überblick über den Bestand zu erhalten - und noch leere Stellflächen zu entdecken. Acht Hektar in 20 Minuten zu inspizieren - das schafft selbst ein guter Läufer nicht.

Seenotrettung: Die Drohne sieht mehr und anders als der Mensch. Nicht nur die Vogelperspektive ist ein Vorteil. Beispielsweise bei der Suche nach Schiffbrüchigen, wie es das Sea-Eye der Hochschule Wismar kann. Zudem trägt die Drohne einen sich selbst aufblasenden Rettungsring, den sie über einer über Bord gegangenen Person abwerfen kann.

Solarmodulkontrolle: Drohnen können aber statt mit einer herkömmlichen Kamera auch mit einer Wärmebildkamera ausgerüstet werden. Das bietet das Berliner Unternehmen Optris an. Wie Vertriebsingenieur Fabian Wagner berichtet, fliegen solcherart ausgestattete Drohnen Solarfelder ab und erkennen aus der Luft defekte Module. „Die sind kälter oder wärmer als die anderen, je nach Art des Schadens“, sagt Wagner. Auch Lecks in Gasleitungen oder Fernwärmerohren lassen sich mit der Wärmekamera in kurzer Zeit zweifelsfrei entdecken.

Deichschutz: Auf der Cebit kam die Idee auf, mit der Wärmekameradrohne auch mögliche Deichbrüche zu entdecken, bevor es zum Unglück kommt. Weil das eindringende Wasser eine andere Temperatur hat als der Deich, hofft Optris-Mitarbeiter Wagner, dort ein mögliches neues Geschäftsfeld gefunden zu haben.

Fernsehaufnahmen: Beim Fernsehdienstleister TVN aus Hannover weiß man sich längst die Vorteile von Kameradrohnen zunutze zu machen. Als Schlagerstar Helene Fischer ein fulminantes Konzert im Berliner Olympiastadion gab, waren es Drohnen von TVN, die wackelfreie Luftaufnahmen aus dem Stadionrund lieferten. Und doch haben Drohnen vor allem zwei Nachteile, wie Luftfahrtingenieur Alexander Richter am TVN-Stand sagt: „Die Flugdauer ist mit nur neun Minuten pro Akkuladung recht begrenzt, und über Menschen dürfen wir aus Sicherheitsgründen nicht fliegen.“ Bei TVN hat man eine Lösung gefunden: Richter hat eine Art heliumgefüllten Zeppelin gebaut. Der schwebt von selbst in der Luft, kann also nicht abstürzen und verbraucht seine Akkuladung nur für die Steuerung und das Vorankommen.

Werbung: Ganz ähnlich funktioniert die mit Helium gefüllte Flugkugel des erst ein halbes Jahr alten Unternehmens Aerotain aus Zürich. Mitgründer Daniel Meier sieht den Einsatz seiner Drohne aber eher in der Werbung. Die fliegende Kugel mit einem Durchmesser von mindestens 2,8 Metern sei für sich schon bei allen Massenveranstaltungen ein Hingucker. Man könne sie mit Werbeaufdrucken bestücken oder von innen beleuchten. Auch einen Projektor habe man bereits für einen Kunden in der Kugel installiert, der dann bewegte Schrift und Bilder auf die Kugel wirft.

von Helmuth Klausing

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