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Niedersachsen Verdi ruft zu Warnstreik am Flughafen Hannover auf
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Verdi ruft zu Warnstreik am Flughafen Hannover auf
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18:41 13.01.2019
Mitglieder der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi stehen mit Fahnen am Flughafen in einem Terminal in Stuttgart. Quelle: dpa
Hannover

Flugpassagiere müssen sich am Dienstag in Hannover und an anderen Flughäfen in Deutschland auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat alle Mitarbeiter des Sicherheitspersonals, das unter anderem für die Kontrolle von Personen und Gepäck verantwortlich ist, zu einem 24-stündigen Warnstreik aufgerufen. In Hannover sind von dem Aufruf 500 Mitarbeiter betroffen.

In Hannover sind nach Angaben von Flughafensprecher Sönke Jacobsen an diesem Tag 60 Abflüge und 59 Ankünfte geplant. „Die Ankünfte sind nicht das Problem“, sagt er. Doch was die Abflüge angehe, empfehle der Flughafen den Passagieren, sich an ihre jeweiligen Fluggesellschaften zu wenden, um Informationen zu erhalten, ob und wie sie ihre Reise antreten können.

Die Gesellschaften haben teilweise schon umgeplant. „Wir haben am Dienstag von Hannover aus vier Abflüge“, sagte ein Sprecher der Gesellschaft Tuifly. Die 700 Passagiere, die Flüge nach Hurghada (Ägypten), Agadir (Marokko), Funchal (Madeira) und auf die Kanareninsel Teneriffa gebucht hatten, werden nun mit Bussen zum Flughafen Paderborn gebracht. Von dort aus sollen die Flugzeuge dann pünktlich oder nur mit wenig Zeitverzögerung starten. Zwei der Maschinen werden extra in der Nacht noch von Hannover nach Paderborn gebracht, damit sie dort am Dienstag starten können.

Außer in Hannover und Bremen ist das Sicherheitspersonal auch an den Flughäfen Frankfurt am Main, Leipzig/Halle, Dresden und Erfurt aufgefordert, am Dienstag die Arbeit niederzulegen. Verdi fordert für die Kontrolleure von Passagieren, Fracht, Waren und für die Flughafen-Beschäftigten eine bundesweit einheitliche Bezahlung von 20 Euro pro Stunde. Das wäre ein Plus im teilweise hohen zweistelligen Prozentbereich – derzeit ist die Bezahlung je nach Region und Tätigkeit unterschiedlich.

„Mit dem Warnstreik soll ein erstes Signal an die Arbeitgeber gesendet werden, ein verhandlungsfähiges Angebot für die 23.000 Beschäftigten im Bereich der Sicherheit an deutschen Flughäfen vorzulegen“, betont Verdi-Landesfachbereichsleiterin Ute Gottschaar. Die Anhebung der Bezüge erhöhe die Lohngerechtigkeit und damit auch die Sicherheit an den Flughäfen.

Die Arbeitgeber halten die Forderung dagegen für unrealistisch, sie bieten nach eigener Darstellung ein Plus von bis zu 6,4 Prozent. Für Verdi ist das zu wenig – nach Berechnung der Gewerkschaft wäre das nur ein Plus von 2 Prozent für das Gros der Beschäftigten.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) kritisierte den Ausstand als überzogen. „Mit dem nun angekündigten großflächigen und erneut ganztägigen Streik an mehreren Flughäfen wird das Instrument des Warnstreiks ad absurdum geführt“, sagte Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow. „Das ist kein Warnstreik mehr, das ist völlig unverhältnismäßig.“

Auch Sönke Jacobsen, Sprecher des Flughafen Hannovers, bezeichnete den Streik als unnötig und unverhältnismäßig. „Das ist schon mehr als nur ein Warnstreik. Und er wird auf dem Rücken der Flughäfen und Airlines ausgetragen“, so Jacobsen.

Von RND/dpa/ran

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