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Niedersachsen Wann kommt der Brief?
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10:55 29.01.2016
Redakteur Enno Janssen dokumentiert seine persönliche VW-Krise.  Quelle: Surrey
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Hannover

Pünktlich zum Nikolaus-Wochenende ist die lang ersehnte Post von VW eingetroffen. Doch es war nicht der angekündigte „Bescheid zur Vorführung“ meines Wagens in einer Werkstatt, sondern lediglich die Antwort auf eine E-Mail, die ich vor einem Monat an Volkswagen gesendet hatte. Ich wollte wissen, wie es denn nun weitergeht mit meinem Passat 1,6 TDI Blue Motion. Die Antwort war sehr allgemein gehalten, aber zumindest eine wichtige Frage wird konkret beantwortet: nämlich die Abwicklung mit der Werkstatt. „Sobald die detaillierten Informationen vorliegen, wird Volkswagen Sie umgehend informieren. Wir bitten Sie, sich dann an einen Volkswagen-Partner in Ihrer Nähe zu wenden. Diesen finden Sie im Internet auf ...“ – es folgte ein sehr langer Link.

Das ist gut, ich kann also die Werkstatt frei wählen, sofern es sich um einen der angegebenen Volkswagen Partner handelt. Meine Werkstatt ist auch dabei. Ich habe sie umgehend angerufen in der Hoffnung, schon mal einen Termin vereinbaren zu können – auch ohne den Bescheid von VW in den Händen zu haben. Da war ich wohl zu voreilig: Das Autohaus könne ohne das Schreiben von Volkswagen den genauen Umfang der Arbeiten und die Verfügbarkeit der benötigten Teile nicht genau abschätzen, hieß es. Es sei besser, auf die detaillierten Informationen von VW zu warten, um dann einen Termin zu vereinbaren. Recht so. Aber einen Versuch war es wert. Jetzt wieder: warten.

Unterdessen machen sich viele HAZ-Leser Gedanken darüber, welche Auswirkungen der Werkstattbesuch auf ihre Fahrzeuge hat. Viele VW-Besitzer haben uns geschrieben – und ihre Sorgen mitgeteilt. So befürchtet Karl-Heinz B., dass der Motor seines Wagens an Leistung verliert. „Das wäre sehr ärgerlich. Was tut VW, um eine eventuelle Leistungsreduzierung zu vermeiden?“, fragt der Passat-Fahrer. Andreas O. macht sich Gedanken über den Wertverlust. „Wer würde den ausgleichen? In den USA bekommen die Verbraucher Gutscheine. Warum nicht auch in Deutschland? Was bietet VW als Ausgleich an?“, fragt der Golf-Besitzer.

Viele Fragen der HAZ-Leser gehen in diese Richtung. Ulrich K. wäre sogar bereit, alle zivilrechtlichen Rechtsmittel auszuschöpfen, falls die Maßnahmen an seinem Golf 1,6 TDI zu einer Verschlechterung der Fahrleistungen oder des Verbrauchs führen würden. „Ich habe mich doch gerade auf dieser Basis für den Kauf des Fahrzeugs entschieden“, sagt K. enttäuscht.

Doch jetzt heißt es für mich sowie für alle Betroffenen zunächst: warten auf den Brief von VW, ohne den es nicht weitergeht. Mal sehen, wer ihn in Hannover als Erster in den Händen hält.     

Was haben Sie mit VW erlebt? Schreiben Sie Enno Janssen an meinvw@haz.de

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