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Niedersachsen Weitere 8600 Passagiere wollen gegen Tuifly klagen
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06:00 27.02.2017
Von Jens Heitmann
Der Druck auf den Ferienflieger Tuifly wächst. Quelle: dpa
Hannover

„Bislang haben wir auf eine außergerichtliche Einigung gesetzt“, sagte Flightright-Geschäftsführer Philipp Kadelbach der HAZ. Die Verhandlungen mit Tuifly seien jedoch im Sande verlaufen. Deshalb werde man in den nächsten Wochen an mehreren Gerichten Klagen einreichen, sagte er. Wenn das Portal sich vor Gericht überall durchsetzt, könnten auf Tuifly Kosten von 3,3 Millionen Euro zukommen, sagte Kadelbach.

Um gegen die geplante Fusion ihrer Gesellschaft mit der arabischen Airline Etihad zu protestieren, hatten sich im Oktober vergangenen Jahres Hunderte Tuifly-Mitarbeiter aus dem Cockpit und der Kabine krankgemeldet. Daraufhin musste Tuifly viele Flüge streichen, andere kamen mit erheblicher Verspätung ans Ziel. Die Fluggesellschaft sieht sich als Opfer höherer Gewalt und lehnt deshalb Entschädigungen ab. Ein Tuifly-Sprecher bekräftigte am Sonntag die „klare Rechtsauffassung“, wonach es keine Schadensersatzpflicht gebe.

An dieser Stelle setzt das Geschäftsmodell von Flightright an: Das Portal führt für die Tuifly-Kunden den Rechtsstreit vor Gericht - und kassiert im Erfolgsfall eine Prämie von 25 Prozent. Fällt das Urteil zugunsten von Tuifly aus, trägt Flightright die Kosten des Verfahrens. Die geschädigten Passagiere gehen also kein Risiko ein und haben im Erfolgsfall Anspruch auf drei Viertel der Entschädigungssumme. Flightright vertritt nach eigenen Angaben 8600 Tuifly-Kunden.

Die ersten Urteile vor deutschen Amtsgerichten sind jedoch geteilt ausgefallen: In Hannover wurde zweimal zugunsten der Kläger entschieden, zweimal im Sinne von Tuifly. In Nürtingen hat ebenfalls die Fluggesellschaft gewonnen.

Auch um das eigene Prozessrisiko zu minimieren, strebe Flightright noch immer eine außergerichtliche Einigung an, sagte Kadelbach. Man habe Ende November und Anfang Februar zweimal mit Tuifly verhandelt - bisher ohne Ergebnis. Der Fluggesellschaft liege jetzt noch ein weiteres Angebot vor - bis zum morgigen Dienstag müsse sich die Geschäftsführung entscheiden, sagte Kadelbach. Sollte Tuifly diese Frist verstreichen lassen, will Flightright europaweit vor Gericht ziehen. Ziel sei es, möglichst schnell zu einem letztinstanzlichen Urteil des Europäischen Gerichtshofes in Luxemburg zu kommen.

Tui hat die Kosten für die Krankheitswelle bisher auf 22 Millionen Euro beziffert. In dieser Summe sind die Kosten für Erstattungen von Reisebuchungen, für zusätzliche Übernachtungen und die Anmietung fremder Flugzeuge enthalten. Wegen der noch laufenden Gerichtsverfahren sei die mögliche Summe der Belastungen nicht abzusehen, hatte Finanzvorstand Horst Baier zuletzt bei der Hauptversammlung erklärt. Der Konzern hatte dafür 4,6 Millionen Euro zurückgestellt.

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