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Das sind die Kuriositäten auf der Cebit

Rundgang Das sind die Kuriositäten auf der Cebit

Im nächsten Jahr will sich die Cebit neu ausrichten – aber auch der alte Trott kann überraschen. Urinale zum Wettpinkeln, Apps gegen Kopfschmerzen und Elektroautos mit krassen Getränkehaltern: Autor Bert Strebe hat auf seinem Rundgang allerlei Kuriositäten entdeckt. 

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Pinkeln mit Spaßfaktor: Dirk Dorsch und das Analyse-Urinal der Firma Peelytics.

Quelle: Franson

Hannover. Bonbons. Visitenkarten. Kugelschreiber. Bonbons. Chips. Papiertüten. Bonbons. Gummibärchen. Bonbons. Schokolade. QR-Codes auf Pappe. Bonbons. Was bekommt man am häufigsten an den Ständen der Cebit? Flyer? Warenmuster? Weit gefehlt. Es sind: Bonbons. Zitrone, Karamell, Orange, Waldmeister, sonst was. Trauen die Aussteller ihren Produkten allein nicht zu, die Menschenmassen anzulocken? Nun, vielleicht sind sie einfach nur freundlich. Jedenfalls ist die Cebit ein Highlight. Für die Süßwarenindustrie.

Rückblick: Die CeBIT von 1986 bis heute.

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Apropos Menschenmassen: Die Computermesse kommt 2017 relativ entspannt daher. „Früher sind wir zeitig losgefahren und haben stundenlang im Stau gestanden“, sagt eine Firmenvertreterin. „Heute kann ich länger schlafen.“ Heißt: In den Hallen ist es nicht mehr so voll. Ausstellern und Veranstaltern ist es in den vergangenen Jahren etwas zu leer geworden, darum arbeitet die Cebit für das nächste Jahr wieder einmal an einem neuen Konzept. In diesem Jahr aber kann der Besucher schlendern. Nur in den Bereichen zwischen den Gebäuden empfiehlt sich ein schnellerer Schritt, sonst bekommt man von all dem Zigarettenqualm eine Rauchvergiftung. Dass der Kopf trotzdem raucht, ist nicht zu vermeiden. Dafür ist die Informationsfülle zu groß.

Gesundheit per App

Das allermeiste, was angeboten wird, ist hochwichtig. Wie in Halle 6, Stand A30. Dort stellt das Karlsruher Forschungszentrum Informatik das „Testfeld Autonomes Fahren“ vor. Autos verständigen sich mit Ampeln (wahrscheinlich sagen sie: „Du wirst ja rot!“) oder mit anderen Autos („Bleib weg, hier ist Stau!“). In Karlsruhe geht das alles schon. Irgendwann können die Autos dort wohl auch ohne Insassen fahren.

Auf der Suche nach digitalen Trends setzt die Technologiemesse Cebit auf Daten und ihre Nutzung. Wofür das gut sein soll? An vielen Stellen wird das schon deutlich, und - bunt und vielfältig. Die Themen-Schwerpunkte der Cebit 2017.

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Wir waren bei den rauchenden Köpfen. Dafür hat ausgerechnet der kleine Landkreis Goslar was anzubieten. Er hat von der Ingenieurfirma In-tech (Halle 6, Stand A18) eine Smartphone-Gesundheitsapp entwickeln lassen. Kopfschmerzen? Man ruft die App auf, ein stilisierter Mensch ist zu sehen, man tippt auf den Kopf - eine Liste aller Ärzte erscheint, die was mit Kopf können, samt Anruf- und Navi-Funktion und einspeicherbaren Vorsorgeplänen. Vielleicht, sagt Jan Füllemann von In-tech, könne man das eines Tages nicht nur landkreis-, sondern auch landes- oder gar bundesweit anbieten.

Telekom begrüßt Reform

Der Stand der Deutschen Telekom in Halle 4 ist einer der größten und meistbesuchten auf der Cebit. Es geht um schnelle Netze und eine flexible Cloud – aber auch um eine „smarte Theke“, die über „intelligente Gläser“ die Getränkevorlieben der Gäste erfasst. Ob der Bonner Konzern auch im nächsten Jahr bei der dann runderneuerten Cebit noch dabei sein wird, bleibt hingegen offen. Grundsätzlich begrüßt auch die Telekom die am Mittwoch angekündigte Neuausrichtung der Cebit. Die Messe soll 2018 im Juni stattfinden und sich unter anderem wieder stärker für das Massenpublikum öffnen. Es sei richtig und konsequent, neue Wege zu gehen, sagte Telekom-Vorstandsmitglied Reinhard Clemens. Daher werde sein Unternehmen sich aktiv an den geplanten Reformen beteiligen. Eine Zusage für 2018 aber verkneift sich die Telekom. Man werde erst später über ein Messe-Engagement entscheiden.

Technik ist eben hilfreich. In Halle 12, Stand B47, stellt eine Leeraner Firma mit dem komplizierten Namen eQ-3 unter dem einfachen Markennamen „Homematic“ Komponenten zur vollautomatischen Haussteuerung vor. Bewegungsmelder vor der Tür, Kameras vor der Tür. Wenn man das Fenster aufmacht, regelt ein Sensor die Heizung runter, damit man nicht die Straße heizt. Lichtschalter waren gestern. Eine Mitarbeiterin aktiviert die Sprachsteuerung: „Schalte die Kugellampe ein.“ Leider findet die Sprachsteuerung gerade keine Kugellampe. Na ja, der Vorführeffekt. Vorstandsmitglied Bernd Grohmann erläutert, es sei gar nicht aufwendig, ein Haus zu automatisieren, es reichten 1000 bis 3000 Euro.

Technik ist faszinierend. Ständig heftig umlagert: Stand B42 in Halle 12, von Tesla. Da steht das Elektroauto Model X, die Männer kriegen feuchte Augen: Mehr als 700 PS, 22-Zoll-Schlappen, Tempo 250, von null auf hundert in 3,1 Sekunden. Und alles ohne Sprit. Eine junge Frau beugt sich ins Innere. „Wow“, sagt sie. „Krasser Getränkehalter.“

Neue Technologien sind auch gut, um Probleme zu lösen, die wir ohne neue Technologien nicht hätten. Man kann nicht so toll tippen auf Touchscreens. „Geltouch“ ist ein Start-up aus Berlin (Halle 6, Stand C26), das mit einer Oberfläche aus Gel hilft, Tasten zu erzeugen, wo keine sind - mittels Wärme wird das Gel verdichtet. Oder: Wir haben die tolle neue 3-D-Drucktechnik. Dann ist alles fertig und nicht mehr veränderbar.

Noch mehr Cebit

Noch mehr Informationen zur Cebit gibt es auf der HAZ-Themenseite.

Wir wollen aber die Maus ergonomisch unserer Hand anpassen. Was tun? Voilà: Uni Saarland, ein Verfahren namens Hotflex. Da steckt eine kleine Heizfolie im Werkstück, erwärmt das Plastik noch mal, und es ist verformbar. Aufmerksam macht die Uni darauf nicht mit Cebit-Bonbons, sondern mit einem jungen Mann namens Nicolas Erbach. Grauer Anzug, grüne Haare. Hat nichts mit dem Produkt zu tun, aber jeder schaut hin. „Ich ändere öfter mal die Farbe“, sagt Erbach.

Roboter zum Fensterputzen

Viele schöne Dinge sind auf der Cebit zu entdecken. Der Bluetooth-Profi-Fensterputzroboter etwa (Pearl, Halle 14, Stand H76) haftet mit Unterdruck an der Scheibe und hat eine „intelligente Anti-Absturz-Programmierung“. Oder die „Lazy­bar“ von Nikolai Braun (Halle 6, B30), der die Tatsache, dass er 18 ist, mit einem Unterton erwähnt, als wollte er sagen: „Wie jetzt, Sie haben nicht mit 18 neue Maschinen erfunden?“ Er schon: einen automatischen Cocktailmixapparat, den Traum gestresster Maschseefestwirte, zehn Zutaten, dosierbarer Alkoholgehalt, mit Glasgrößenerkennung und Füllhöhenindikator.

Boris Becker, Bill Gates, Dieter Bohlen: Diese prominenten Gesichter haben sich schon auf der Cebit blicken lassen.

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Die lustigste Kleinigkeit auf der Cebit aber ist „Pee.win“. „Pee“ ist Englisch und heißt „pinkeln“. Am Stand (Halle 11, A36/1) hängt ein Urinal. Dirk Dorsch von Peelytics aus Heidelberg demonstriert die Funktionsweise vorsichtshalber öffentlichkeitskompatibel mit einer Wasserspritzflasche: Im Urinal misst ein Sensor die weggebrachte Flüssigkeitsmenge und überträgt sie auf eine Handy-App. Gut für Pinkelwettbewerbe in Kneipen.

Zwei Japaner kommen vorbei, sehen das Urinal und wenden sich mit Grausen. Wenn sie wüssten: „Das ist jetzt nur die Spaßvariante“, sagt Dorsch. „Sensor und App wären auch medizinisch verwendbar.“ Zur Diabeteserkennung mittels Glucosemessgerät, beispielsweise. Das wäre vielleicht auch nach einem Cebit-Besuch angeraten. Schon wegen der großen Menge Zucker im Körper.

Von Bert Strebe

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