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Wiesenhof wehrt sich gegen Vorwürfe einer neuen ARD-Reportage

Geflügelproduzent Wiesenhof wehrt sich gegen Vorwürfe einer neuen ARD-Reportage

Ein ARD-Team nimmt den Geflügelzüchter Wiesenhof für eine Reportage unter die Lupe. Bereits vor dem Erscheinen wehrt sich das Unternehmen gegen die Negativschlagzeilen – und die angeblich einseitige Berichterstattung.

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Der Geflügelproduzent Wiesenhof wehrt sich gegen Negativschalgzeilen.

Quelle: dpa

Visbek. Der Geflügelzüchter Wiesenhof wehrt sich gegen massive Vorwürfe in einer anstehenden ARD-Reportage. Der Titel der Reportage - „Das System Wiesenhof. Wie ein Geflügelkonzern Menschen, Tier und Umwelt ausbeutet“ - gebe eine klare Richtung vor, sagte der Vorstandschef des Mutterkonzerns PHW, Peter Wesjohann, am Dienstag im niedersächsischen Visbek. „Was da passieren soll, ist moderne Hexenverbrennung.“

Das Unternehmen tue alles, um den modernen Anforderungen der Tierhaltung gerecht zu werden, hieß es. Jedoch verwehrte Wiesenhof einem ARD-Team am Dienstag die Teilnahme an einer Pressekonferenz. „Wir recherchieren seit Wochen, haben um Interviews zu ganz präzisen Fragen nachgefragt“, sagte einer der beiden Autoren, Edgar Verheyen. Die Redaktion des ARD-Magazins „Report Mainz“ wies die Vorwürfe von Wiesenhof zurück. Wesjohann sei mehrmals um ein Interview gebeten worden, jedoch ohne Erfolg. „Derzeit sprechen unsere Autoren mit einer Vielzahl von Experten, Insidern und Betroffenen“, sagte Redaktionsleiterin Birgitta Weber.

Immer wieder negativ in den Schlagzeilen

Wiesenhof, nach eigenen Angaben Deutschlands Geflügelmarke Nummer eins, steht immer wieder in der Kritik. Im April war ein Schlachthof in Sachsen-Anhalt wegen zu hoher Schlachtzahlen, Schimmelbefalls und Verstößen gegen Hygiene-Bestimmungen aufgefallen. Die Staatsanwaltschaft ermittelte. Der Streit zwischen den Behörden und Wiesenhof ist nicht ausgestanden.

Gegen die angeblich einseitige Darstellung wehren sich inzwischen auch Wiesenhof-Betriebsräte. „Wir wollen nicht mehr tatenlos zusehen, wie wir von einzelnen Medienvertretern und einer sogenannten Tierrechtsorganisation pauschal zu Tierquälern, Ökosündern und unqualifizierten Arbeitskräften abgestempelt werden“, heißt es in einem offenen Brief.

Rund 2800 Menschen arbeiten für die PHW-Tochter. Zum Unternehmen gehören 6 Brütereien, 13 verarbeitende Betriebe - darunter 9 Schlachtereien - sowie 5 Mischfutterwerke. Hinzu kommen rund 800 bäuerliche Partnerbetriebe. Jährlich werden rund 240 Millionen Hähnchen vermarktet. Der Umsatz lag 2009/2010 (1. Juli) bei 2,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,19 Milliarden).

jhe/dpa

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