Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Wiesenhof wehrt sich gegen Vorwürfe einer neuen ARD-Reportage
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Wiesenhof wehrt sich gegen Vorwürfe einer neuen ARD-Reportage
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:17 19.07.2011
Der Geflügelproduzent Wiesenhof wehrt sich gegen Negativschalgzeilen. Quelle: dpa
Visbek

Der Geflügelzüchter Wiesenhof wehrt sich gegen massive Vorwürfe in einer anstehenden ARD-Reportage. Der Titel der Reportage - „Das System Wiesenhof. Wie ein Geflügelkonzern Menschen, Tier und Umwelt ausbeutet“ - gebe eine klare Richtung vor, sagte der Vorstandschef des Mutterkonzerns PHW, Peter Wesjohann, am Dienstag im niedersächsischen Visbek. „Was da passieren soll, ist moderne Hexenverbrennung.“

Das Unternehmen tue alles, um den modernen Anforderungen der Tierhaltung gerecht zu werden, hieß es. Jedoch verwehrte Wiesenhof einem ARD-Team am Dienstag die Teilnahme an einer Pressekonferenz. „Wir recherchieren seit Wochen, haben um Interviews zu ganz präzisen Fragen nachgefragt“, sagte einer der beiden Autoren, Edgar Verheyen. Die Redaktion des ARD-Magazins „Report Mainz“ wies die Vorwürfe von Wiesenhof zurück. Wesjohann sei mehrmals um ein Interview gebeten worden, jedoch ohne Erfolg. „Derzeit sprechen unsere Autoren mit einer Vielzahl von Experten, Insidern und Betroffenen“, sagte Redaktionsleiterin Birgitta Weber.

Immer wieder negativ in den Schlagzeilen

Wiesenhof, nach eigenen Angaben Deutschlands Geflügelmarke Nummer eins, steht immer wieder in der Kritik. Im April war ein Schlachthof in Sachsen-Anhalt wegen zu hoher Schlachtzahlen, Schimmelbefalls und Verstößen gegen Hygiene-Bestimmungen aufgefallen. Die Staatsanwaltschaft ermittelte. Der Streit zwischen den Behörden und Wiesenhof ist nicht ausgestanden.

Gegen die angeblich einseitige Darstellung wehren sich inzwischen auch Wiesenhof-Betriebsräte. „Wir wollen nicht mehr tatenlos zusehen, wie wir von einzelnen Medienvertretern und einer sogenannten Tierrechtsorganisation pauschal zu Tierquälern, Ökosündern und unqualifizierten Arbeitskräften abgestempelt werden“, heißt es in einem offenen Brief.

Rund 2800 Menschen arbeiten für die PHW-Tochter. Zum Unternehmen gehören 6 Brütereien, 13 verarbeitende Betriebe - darunter 9 Schlachtereien - sowie 5 Mischfutterwerke. Hinzu kommen rund 800 bäuerliche Partnerbetriebe. Jährlich werden rund 240 Millionen Hähnchen vermarktet. Der Umsatz lag 2009/2010 (1. Juli) bei 2,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,19 Milliarden).

jhe/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Der Wiesenhof-Konzern sucht intensiv nach Vertragslandwirten für die Aufzucht seiner Küken. Etwa 80 Landwirte aus der Region haben sich am Montag im Hotel Körber über Marktchancen und Risiken informiert.

Markus Holz 30.11.2009

Nach skandalösen Tierschutzverstößen auf einer Wiesenhof-Geflügelfarm im Kreis Diepholz hat der Vorstandsvorsitzende der Unternehmensgruppe, Peter Wesjohann, Morddrohungen erhalten.

14.01.2010

Tiertransporte mit Knochenbrüchen und grausame Tötungsmethoden: Wegen schockierender Verstöße gegen den Tierschutz ist der Ruf der Geflügelmarke Wiesenhof lädiert. Jetzt geht der Konzern in die Offensive und antwortet auf die Peta-Anzeige selbst mit Strafantrag gegen die Tierrechtler.

Carola Böse-Fischer 12.01.2010

Zugausfälle und Verspätungen bleiben auf den niedersächsischen Bahnhöfen an der Tagesordnung. Auch am Dienstag haben Lokführer der privaten Unternehmen Metronom und Cantus gestreikt – die Reisenden reagierten verärgert.

19.07.2011

Bis zum Frühjahr 2013 sollen alle 2,45 Millionen AOK-Versicherten in Niedersachsen die neue elektronische Gesundheitskarte bekommen. Etwa 250.000 Menschen sind betroffen.

19.07.2011

Immer mehr Ackerflächen werden infolge des staatlich geförderten Biogasbooms für den Anbau von „Energiepflanzen“ aufgekauft oder gepachtet, was die Preise in die Höhe klettern lässt. Landwirte mit Veredelungsbetrieben können nicht mehr mithalten. In Niedersachsen sind Regionen wie das Weser-Ems-Gebiet betroffen.

Carola Böse-Fischer 19.07.2011