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Wohlenberg trotz Wirtschaftskrise voll ausgelastet

Werkzeugmaschinenbau Wohlenberg trotz Wirtschaftskrise voll ausgelastet

Der derzeitige Stolz der Firma Wohlenberg Werkzeugmaschinen steht in der Firmenhalle im hannoverschen Stadtteil Brink-Hafen und war sogar Anlass zu einer Hausmesse.

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Wohlenberg-Chef Yi Liu lebt seit Langem in Deutschland und hat hier studiert.

Quelle: Striewe

„Es ist eine der größten Drehmaschinen, die hier je zusammengebaut wurden“, sagt Rainer Heise aus der Vertriebsabteilung. Der 120-Tonnen-Koloss wird demnächst in Richtung China transportiert und dient zur Fertigung von Turbinenläufern für die Energieerzeugung.

Das traditionsreiche Unternehmen stellt Drehmaschinen, kombinierte Dreh- und Fräsmaschinen sowie Tiefbohrmaschinen her. Abnehmer sind unter anderem die Erdöl-, Luftfahrt- und Stahlindustrie. Im Brinker Hafen sitzen Konstruktion, Verwaltung und Montage. „Wir lassen die Einzelteile produzieren, dann werden die Maschinen hier zusammengebaut“, erklärt Heise.

Wohlenberg Werkzeugmaschinen hat sich auf ein Segment spezialisiert, in dem in Europa nur eine Handvoll Firmen tätig sind. Die Hannoveraner liefern jährlich nur etwa zehn Maschinen aus. Die Lieferzeiten liegen meist zwischen zwölf und 18 Monaten. Im vorigen Jahr erzielte die Firma, die mit der auf gleiche Wurzeln zurückgehenden Wohlenberg Schneidsysteme nicht mehr verbunden ist, einen Umsatz von 12 Millionen Euro.

Trotz der Wirtschaftskrise ist die Auftragslage bisher gut, die 45 Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun: „Wir sind bis Ende des Jahres voll ausgelastet“, sagt Heise. Was danach kommt, ist unklar, denn auch Wohlenberg bleibt von der Konjunkturschwäche nicht verschont: „Wir spüren eine verstärkte Zurückhaltung der Kunden.“ Interessenten zögerten Bestellungen hinaus oder versuchten, die Preise zu drücken.

Wohlenberg hat eine ungewöhnlich wechselvolle Geschichte hinter sich. 1872 beginnt der Gründer Hermann Wohlenberg mit dem Bau von Werkzeugmaschinen. Obwohl das Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg auf Geheiß der Alliierten zwischenzeitlich stillgelegt wird, expandiert es nach der Wiedereröffnung stark und beschäftigt zu seinen Hochzeiten Ende der sechziger Jahre 1200 Mitarbeiter.

Bereits 1979 kooperiert Wohlenberg mit einer chinesischen Firma in Schanghai. „Wir waren damit eines der ersten Unternehmen auf dem chinesischen Markt“, sagt Heise. Dann wechselt bis 2005 mehrmals der Besitzer. Eigentümer ist vorübergehend auch der Bremer-Vulkan-Verbund, der eine spektakuläre Pleite hinlegt. Das Firmengelände an der Wohlenbergstraße wird aus der Konkursmasse verkauft. Ehemalige Mitarbeiter und Geschäftspartner gründen die Wohlenberg Werkzeugmaschinen GmbH.

Damit ist die Leidenszeit noch nicht zu Ende. 2005 schließt sich eine Insolvenz an, an deren Ende der Verkauf an den heutigen Alleingesellschafter Shanghai Electric Group (SEC) steht.

„Ohne die Chinesen würde es uns nicht mehr geben“, räumt Heise ein. Profitiert hat Wohlenberg auch davon, dass der Geschäftsführer Yi Liu seit Langem in Deutschland lebt und hier studiert hat. Das Reich der Mitte gehört – neben Deutschland und den USA – zu den wichtigsten Märkten des Unternehmens.

von Bernd Haase und Dirk Stelzl

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