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Niedersachsen Zetsche muss auf Aufsichtsratsvorsitz warten
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Zetsche muss auf Aufsichtsratsvorsitz warten
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00:17 12.02.2018
Dieter Zetsche muss sich noch gedulden  Quelle: imago stock&people
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Hannover

  Klaus Mangold muss nachsitzen. Eigentlich wollte der 74-Jährige den Aufsichtsratsvorsitz der Tui Anfang Oktober an Daimler-Chef Dieter Zetsche abgeben – doch dieser Zeitplan lässt sich nicht einhalten. Er werde auf seinem Posten bleiben, „solange Bedenken bestehen, dass Dr. Zetsche das Amt als Aufsichtsratsvorsitzender der TUI AG nicht mit seinem Amt als Vorstandsvorsitzender der Daimler AG in Einklang bringen kann“, heißt es in einem Schreiben Mangolds an die Aktionäre vor der Hauptversammlung am Dienstag.

Verantwortlich für die Verschiebung der Nachfolge ist nach HAZ-Information der Widerstand von britischen Aktionären. Sogenannte Stimmrechtsberater hätten Fondsgesellschaften darauf hingewiesen, dass nach den auf der Insel geltenden Regeln für gute Unternehmensführung (Corporate Governance) ein Vorstandschef eines Konzerns nicht gleichzeitig an der Spitze des Kontrollgremiums eines anderen Unternehmens stehen dürfe, hieß es bei der Tui. Im Vereinigten Königreich zweifelt man daran, dass ein Manager zwei gleichermaßen verantwortungsvolle Jobs parallel bewältigen kann.

Dieses Regelwerk sei in Hannover natürlich grundsätzlich bekannt, sagte ein Konzernsprecher am Freitag.  Aber: „Als deutsche Aktiengesellschaft mit einer Börsennotierung in London bewegen wir uns in zwei Systemen, die zum Teil sehr unterschiedlichen Regularien, Auffassungen und Bewertungen unterliegen.“  Dem Vernehmen nach soll es von Seiten der Juristen entsprechende Signale in Richtung des amtierenden Aufsichtsratschefs gegeben haben.  Mangold hatte dennoch Mitte Dezember verkündet, dass Zetsche beim Aktionärstreffen am Dienstag in den Aufsichtsrat gewählt werden solle und ihn im Herbst an der Spitze des Gremiums ablösen werde.

Dass es gelungen ist, Zetsche für diese Aufgabe zu gewinnen, erfüllt die Verantwortlichen  bei der Tui mit Stolz: Der Daimler-Chef ist – nicht zuletzt wegen seines imposanten Schnurrbarts - einer der bekanntesten Manager im Land.  Auch international gilt der 64-Jährige als eine Marke, seit er sich nach der Fusion von Daimler-Benz und Chrysler als „Dr. Z“ in US-Werbespots als steifer, ulkiger Deutscher mit schwerem Akzent persiflierte.

Die britischen Aktionäre hätten die Wahl Zetsches in den Aufsichtsrat wohl nicht verhindern können, hieß es bei der Tui. Man habe dem Kandidaten aber die Blamage vieler Gegenstimmen ersparen wollen – deshalb beibe Mangold bis auf weiteres im Amt. Der Vertrag Zetsches bei Daimler läuft Ende 2019 aus.

Von Jens Heitmann

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