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Wiesenhof will 550 Mitarbeiter entlassen

Nach Großbrand Wiesenhof will 550 Mitarbeiter entlassen

Die Zukunft der über 1000 Wiesenhof-Beschäftigen in Lohne ist weiter unklar. Nach Informationen der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) plant das Unternehmen, die Stammbelegschaft drastisch zu reduzieren.

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Die Brandruine des Geflügelproduzenten Wiesenhof in Lohne. Die Zukunft der über 1000 Wiesenhof-Beschäftigen in Lohne ist nach dem Brand weiter unklar. 

Quelle: dpa

Lohne. Ein großer Teil der Beschäftigten bei Wiesenhof muss nach dem Großbrand im Geflügelschlachthof im Kreis Vechta offenbar um seine Zukunft bangen. Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten will die PHW-Gruppe, zu der Wiesenhof gehört, die Stammbelegschaft stark zurückschneiden. „Die wollen von 750 Leuten 550 rausschmeißen“, sagte NGG-Gewerkschaftssekretär Matthias Brümmer am Montag der HAZ. „Das wollen die schon seit dem Brand. Das haben wir schriftlich.“ Eine Unternehmenssprecherin wollte die Zahl nicht kommentieren.

Bei dem Geflügelproduzenten Wiesenhof im niedersächsischen Lohne ist am Ostermontag am Nachmittag ein Großfeuer ausgebrochen. 

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Unternehmen und Betriebsrat verhandeln derzeit darüber, wie viele der Beschäftigten bis zum Wiederaufbau des Schlachthofs weiterbeschäftigt werden können. Bis zu dem Feuer Ende März arbeiteten in dem Betrieb 1200 Menschen – 750 Festangestellte und 450 Leih- und Werkvertragsarbeiter. Das Gelände wurde bei dem Brand schwer beschädigt. Seit Ende April haben nach Unternehmensangaben etwa 350 Menschen in der Zerlegung und Verpackung wieder einen Job.

Dieser Angabe misstraut die Gewerkschaft. „Wir haben etwa 1000 Leute gezählt, die dort arbeiten“, sagt Brümmer. „Wiesenhof lässt seine eigenen Leute zu Hause, und tatsächlich arbeiten da mehrere Hundert Werkvertragsbeschäftigte.“ Damit erhebt die NGG einen schweren Vorwurf: Das sei „Versicherungsbetrug“ von Wiesenhof, da die Versicherung das Gehalt der Festangestellten übernehmen müsse, wenn diese wegen des Brandes nicht arbeiten können. Die Gewerkschaft argwöhnt, dass Wiesenhof die Festangestellten dauerhaft gegen Leiharbeiter austauschen will. Eine Betriebsvereinbarung legt allerdings fest, dass mindestens 60 Prozent der Beschäftigten in Lohne fest angestellt sein müssen. Davon will Wiesenhof laut Brümmer abrücken. Außerdem, argwöhnt der Gewerkschafter, wolle Wiesenhof die Mitbestimmung im Unternehmen aushebeln. „Die wollen offenbar ihr Stammpersonal loswerden.“

Eine Unternehmenssprecherin wies den Vorwurf am Montag zurück. Es sei „schlicht falsch“, dass in Lohne rund 1000 Werkvertragsbeschäftigte arbeiten würden. Genauso falsch sei, dass Wiesenhof die Festangestellten durch Fremdbeschäftigte ersetzen wolle. „Die 60:40-Regelung gilt und gilt auch weiterhin“, sagte sie der HAZ. Die Nachricht, dass Wiesenhof 550 Angestellte kündigen wolle, wollte sie mit Hinweis auf die vereinbarte Vertraulichkeit der Gespräche zwischen Wiesenhof und Gewerkschaft nicht kommentieren. „Erst nach einer Einigung mit den Sozialpartnern können wir verbindlich mitteilen, wie viele festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wir zukünftig weiterbeschäftigen können.“

Die Landesregierung hat von Beginn an den Kontakt zu Wiesenhof gesucht und sich für den Erhalt der Arbeitsplätze eingesetzt. Entsprechend beobachtet sie Scharmützel zwischen Wiesenhof und Arbeitnehmerseite mit spürbarem Unbehagen. „Wir sind in Gesprächen mit dem Ziel, offene Fragen zu klären“, sagte ein Sprecher von Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). „Ganz wesentlicher Punkt dabei ist der Wunsch, dass die Stammbelegschaft gehalten werden kann.“

 

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