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Zulieferer klagen über Volkswagen

Zweifelhafte Beschaffungspraktiken Zulieferer klagen über Volkswagen

Die Beschaffungspraktiken des Volkswagen-Konzerns sorgen für wachsenden Unmut unter Niedersachsens Autozulieferern. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies betonte bei seinem Besuch beim Zulieferer Wabco die Wichtigkeit der Zulieferer für die Innovationskraft großer Unternehmen.

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„Auf Augenhöhe“: Wirtschaftsminister Lies (Mitte) lässt sich von Wabco-Manager Heller (rechts) die Produktion zeigen.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. „Auch ein Massenhersteller muss ein Interesse daran haben, dass seine Zulieferer die notwendigen Margen erwirtschaften, um auf dem Markt mithalten zu können“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Niedersachsen-Metall, Volker Schmidt, am Donnerstag nach einem Treffen einiger Branchenmanager mit Wirtschaftsminister Olaf Lies, selbst Mitglied im VW-Aufsichtsrat. Auch der SPD-Politiker warnte: „Ohne eine starke Zulieferindustrie verliert die Branche ihre Innovationskraft.“

Der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies zu Besuch bei Wabco in Hannover.

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Der Lieferstreit zwischen VW und der bosnisch-deutschen Prevent-Gruppe in der vergangenen Woche hatte ein Schlaglicht auf das fragile Beziehungsgeflecht zwischen beiden Seiten geworfen. Zwei Prevent-Firmen hatten die Teilelieferung eingestellt, weil VW einer Tochter einen millionenschweren Entwicklungsauftrag entzogen hatte und nicht für alle Vorinvestitionen geradestehen wollte.

Lies hatte das Prevent-Verhalten seinerzeit als Erpressung gebrandmarkt. Auch in der Branche gab es über den Lieferstreik, der mehrere VW-Werke kaltgestellt hatte, eher Kopfschütteln. „Ich könnte mir so ein Verhalten für unser Unternehmen nicht vorstellen“, sagte der Geschäftsführer des hannoverschen Lkw-Zulieferers Wabco, Jürgen Heller, bei dem die Manager zu Gast waren.

Nach HAZ-Informationen soll VW allerdings schon häufiger Entwicklungspartnerschaften mit Zulieferern vorzeitig beendet haben, als die Ergebnisse auf dem Tisch lagen – und sich für die Massenproduktion anschließend einen anderen Lieferanten gesucht haben. Nach dem Spitzengespräch von Zuliefermanagern – darunter Vertreter von Bosch, Johnson Controls oder ZF – appellierte Lies an die Autohersteller, für den kurzfristigen Erfolg eines günstigeren Auftrags nicht die Entwicklungskompetenzen der Zulieferer aufs Spiel zu setzen. Die Beteiligten waren sich einig darin, dass es zwischen Hersteller und Lieferant eine „vertrauensvolle Partnerschaft auf Augenhöhe“ geben müsse.

In Niedersachsen arbeitet gut eine Viertelmillion Menschen in der Automobilindustrie – und zwar etwa je zur Hälfte bei VW und bei 750 Zulieferern. Die Wolfsburger Kostensenkungsprogramme und die Folgen des Abgas-Skandals spüre die Industrie durchaus, hieß es gestern. Die Betriebe klagten über eine wachsende Planungsunsicherheit und teils „erhebliche Schwierigkeiten in der Disposition“, berichtete Schmidt. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass hauseigene Probleme direkt auf die Zulieferer abgewälzt werden.“

Lies wandte sich dagegen, voreilige Schlüsse aus dem Lieferstreit mit Prevent zu ziehen. So müsse der Konzern künftig nicht automatisch für jedes Teil mehrere Lieferanten vorhalten. „Das hat über Jahre hervorragend funktioniert.“ Zudem biete das den Lieferanten eine gute Chance, mit dem Produkt, an dem sie mitentwickelt haben, auch Geld zu verdienen. Der Lieferstopp zweier Prevent-Firmen hatte VW auch deshalb so hart getroffen, weil sie für die Teile jeweils der einzige Lieferant waren. Auch einem Vorstoß von VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh, sich im Zweifel an Zulieferern zu beteiligen, konnte Lies nichts abgewinnen. Das würde auch VW überfordern, argumentierte er.

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