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Wirtschaft Stimmung im Handwerk kühlt sich ab
Nachrichten Wirtschaft Stimmung im Handwerk kühlt sich ab
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16:05 10.10.2018
„Hohes Investitionspotenzial“: Die Auftragsbücher der Baubetrieb sind voll. Quelle: Foto: Lothar Ferstl/dpa
Hannover

Viele Betriebe im Bezirk der Handwerkskammer Hannover machen nach wie vor glänzende Geschäfte – die Erwartungen an die weitere Konjunkturentwicklung haben sich jedoch verschlechtert. Der von der Kammer ermittelte Geschäftsklimaindex ist gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres von 148 auf 131 Punkte gesunken. „Die Stimmung ist deutlich verhaltener als die Lage“, sagte der Hauptgeschäftsführer Peter Karst am Mittwoch in Hannover. Dies sei eine „Konsolidierung“ auf hohem Niveau. Umsätze und Aufträge legten zu – besonders im Bau- und Ausbaugewerbe, aber auch im Kraftfahrzeughandwerk. „Super ist, dass 21 Prozent der befragten Betriebe Personal aufbauen konnten.“

Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage hat sich um 3 auf 150 Punkte verbessert, wie aus dem jüngsten Konjunkturbericht der Kammer hervorgeht. Die Kapazitäten der Betriebe seien im Schnitt zu 82 Prozent ausgelastet. „Die Auftragseingänge steigen, steigen, steigen“, sagte Karst. Zahlreiche Handwerksunternehmen hätten ihre Preise anheben können. Schwächer als in anderen Branchen laufen die Geschäfte im Nahrungsmittel- und vor allem im Gesundheitshandwerk, zu dem unter anderem Augenoptiker, Zahntechniker und Hörgeräteakustiker gehören.

Was die weiteren Geschäftsaussichten betrifft, hat sich die Stimmung im Handwerk allerdings abgekühlt – hier ist der Index um 36 auf 114 Punkte gesunken. Mehrere Forschungsinstitute haben zuletzt ihre Prognosen für das weitere Wirtschaftswachstum in Deutschland nach unten korrigiert, dies macht sich auch bei den Erwartungen von Handwerksunternehmen bemerkbar. Kammer-Hauptgeschäftsführer Karst nimmt jedoch an, dass die Erwartungen der Betriebe „ein Stück zu negativ“ seien und die Konjunktur für den Wirtschaftszweig in nächster Zeit gut bleibt. Dies gelte besonders für das Baugewerbe. So gebe es bei vielen Gebäude noch ein hohes Investitionspotenzial.

„Auffallend positiv“ sei die Stimmung im Kraftfahrzeughandwerk, erklärte die Kammer. Hier hätten sich die Umsätze der Betriebe erholt. Die Zahl der Beschäftigten sei gestiegen. „Die Kfz-Betriebe hoffen auf Impulse und zusätzliche Geschäfte durch das Wintergeschäft“, hieß es. Ob dies auch mit den von der Autoindustrie zugesagten Prämien für den Umtausch von älteren Dieselfahrzeugen oder möglichen Hardware-Nachrüstungen zusammenhängt, blieb unklar.

In allen zum Kammerbezirk zählenden Landkreisen hat die Stimmung der Betriebe nachgelassen – vergleichsweise stark jedoch in den Landkreisen Nienburg und Schaumburg. Im Schaumburger Raum spiele dabei auch eine Rolle, dass der Autozulieferer Faurecia von Stadthagen nach Hannover ziehen wolle. Wenn ein so großes Unternehmen einen Standort verlasse, wirke sich dies auch auf das Handwerk in der Umgebung aus, erläuterte Handwerkskammer-Geschäftsführer Dietmar Rokahr.

Von Dirk Stelzl

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