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CeBIT hilft Ausstellern gegen Plagiate

Schlichtungsstelle CeBIT hilft Ausstellern gegen Plagiate

Im Umgang mit Produktfälschungen schlägt die CeBIT einen neuen Weg ein: Streitigkeiten mit chinesischen Unternehmen über das Urheberrecht sollen Aussteller bereits auf dem Messegelände lösen – möglichst ohne Polizei und Staatsanwaltschaft.

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Neuer Umgang mit Produktfälschungen: Die CeBIT hat eine Schlichtungsstelle eingerichtet.

Quelle: Nigel Treblin/ddp

Das chinesische Handelsministerium hat zusammen mit der EU-Kommission eine Schlichtungsstelle während der CeBIT eingerichtet, die mit chinesischen und europäischen Fachleuten besetzt ist.

Das ist die Konsequenz aus Erfahrungen vom vergangenen Jahr. Damals hatten Zoll und Polizei in Razzien vor allem Stände asiatischer Aussteller durchsucht und viele wegen Plagiatsverdachts geschlossen. In Asien reagierte man verärgert über die spektakulären öffentlichen Aktionen, die Zahl der Aussteller aus China, Hongkong und Taiwan habe sich nicht zuletzt deshalb auf rund 500 halbiert, heißt es bei der Messe AG.

Nun sollen Streitfälle unauffälliger gelöst werden. Im chinesischen Pavillon in Halle 19 stehen auch Deutsch sprechende Experten am „China IPR Desk“ zur Verfügung. „IPR“ ist die englische Abkürzung für „geistiges Eigentum“: „intellectual property right“. Aufgabe der Einrichtung sei es, den Geschädigten und den vermeintlichen Fälscher zusammenzubringen, um über den Fall zu reden, erklärte gestern Reza-René Mertens, Leiter der Rechtsabteilung der Deutschen Messe AG. Dann lasse sich klären, ob überhaupt eine Rechtsverletzung vorliegt. In der Vergangenheit hätten sich immer wieder auch Vorwürfe als haltlos erwiesen.

„Wir können nicht jeden Streit mit einem Gespräch aus der Welt schaffen, aber den Versuch ist es allemal wert“, sagte Mertens. Plagiate seien auf der CeBIT kein rein chinesisches, sondern ein internationales Problem. Umso mehr lobte Ewa Synowiec von der EU-Kommission China, das Thema auf der CeBIT anzugehen. „Wir sind noch nicht am Ende der Strecke, aber wir sind auf gutem Weg“, sagte sie.

Die EU hat 2007 ein Abkommen mit China geschlossen, um geistige Eigentumsrechte besser schützen zu können. Der bisher einmalige „IPR Desk“ auf der CeBIT ist Teil dieses Programms. Urheberrechtsstreitigkeiten seien schädlich für die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen, sagte Chong Quan vom chinesischen Handelsministerium. Ihm gehe es aber darum, den Handel zu vertiefen. Der „China IPR Desk“ könne auch der CeBIT helfen.

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