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CeBIT 2010 Mozilla stellt neue Firefox-Funktionen auf der CeBIT vor
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19:28 04.03.2010
Mozilla-Entwicklungschef Chris Hofmann bei seinem Firefox-Vortrag auf der CeBIT in Hannover. Quelle: Aust

Auf den ersten Blick passt Mozilla-Entwicklungschef Chris Hofmann nicht so richtig auf die CeBIT in Hannover. Statt Anzug trägt er eine Jogginghose, über dem mächtigen Bauch spannt sich ein reichlich enges Polo-Shirt. Dennoch scharen sich die Zuhörer während seines Vortrags im CeBIT Forum Open Source um den Mozilla-Entwicklungschef.

Hofmann gibt dort einen Ausblick darauf, welche Neuerungen beim Firefox-Browser in Zukunft zu erwarten sein werden. Vor allem beim sogenannten Tabbed-Browsing, dem Internetsurfen mit mehreren geöffneten Registerreitern, will Mozilla noch ordentlich nachbessern.

Den meisten Firefox-Nutzern reiche es zwar, wenn sie bei einer Internetsitzung bis zu acht unterschiedliche Seiten gleichzeitig in sogenannten Tabs geöffnet haben. „Es ist aber gar nicht so unüblich, auch zwischen 20 und 50 Tabs gleichzeitig geöffnet zu haben“, erklärt Hofmann. Dann werde die Surfsitzung mit der bislang vom Firefox bereitgestellten Tab-Ansicht reichlich unübersichtlich. In den Mozilla Labs, den Entwicklungszentren der Mozilla Corporation, werde daher fleißig an einer verbesserten Tab-Darstellung gearbeitet.

Ein anderes Projekt hat kürzlich die Mozilla Labs verlassen und kann derzeit als Erweiterung für den Firefox installiert werden: der Synchronisierungsdienst Weave. Mit Weave können Firefox-Nutzer ihre Lesezeichen, die Browser-Einstellungen, die Chronik der besuchten Seiten sowie ihre Passwörter verschlüsselt auf einen Server hochladen und dann von überall aus auf diese Daten zugreifen. Praktisch ist das zum Beispiel, wenn man einen neuen Rechner einrichtet – die gewohnten Einstellungen für den Firefox können samt Lesezeichen bequem übernommen werden, anstatt sie erst mühselig von Hand einzurichten. Darüber hinaus ermöglicht es Weave, auf unterschiedlichen Geräten mit den gleichen Browsereinstellungen zu arbeiten – sei es nun auf dem heimischen Desktop-Rechner, unterwegs am Laptop oder auf dem Smartphone.

Ein besonderes Augenmerk richten die Firefox-Entwickler auf den Punkt Sicherheit. Der spielt auch beim Jetpack-Projekt eine große Rolle. Jetpack soll die nächste Generation der Firefox-Addons werden, also jener Erweiterungen, mit denen der Funktionsumfang des Browsers den eigenen Vorlieben angepasst werden kann. Bislang gibt es mehr als 10.000 solcher Addons für den Firefox.

Jetpack soll zum einen den Programmierern dieser Erweiterungen die Arbeit erleichtern. So soll es künftig vollkommen ausreichen, ein wenig HTML- beziehungsweise Javascript-Kenntnisse zu haben, um eine eigene Erweiterung zu erstellen – die Entwickler müssen dann also keine herkömmliche Programmiersprache mehr beherrschen.

Zum anderen soll Jetpack aber auch die Sicherheit der Firefox-Nutzer erhöhen. Denn bislang wisse man bei der Installation eines Addons lediglich, dass dieses Programm irgendwas irgendwie könne. Was genau erfährt man aber erst nach der Installation. Künftig soll der Nutzer aber schon im Voraus eine Erklärung bekommen.

Den Nutzer hat man bei Mozilla ohnehin etwas genauer im Visier: Über das Projekt Test Pilot werden Anwender gesucht, die sich bei ihrer Arbeit mit dem Firefox virtuell über die Schulter schauen lassen. Die Erweiterung sammelt Informationen darüber, was die Anwender mit dem Browser machen und an welchen Stellen der Firefox noch Verbesserungsbedarf hat – das ganze erfolgt natürlich anonymisiert.

Eine zukünftige Entwicklung allerdings ist auch ohne die Ergebnisse der Testpiloten schon einmal sonnenklar: Der Firefox muss schneller werden. „Hat hier irgendjemand einen Browser, der schnell genug ist?“, fragt Hofmann in die Runde. Niemand meldet sich. „Eben. Ein Browser kann gar nicht schnell genug sein.“

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