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CeBIT

Auch ein Supercomputer wie „Watson“ kann verlieren


„Watson“ hat vor drei Wochen durch den Sieg in einer US-Quizshow die Aufmerksamkeit der Welt auf sich gezogen: Auf der CeBIT in Hannover zeigt IBM eine kleine Kopie des Supercomputers.
IBM-Entwickler David Gondek weiß, wie „Watson“ tickt – und verliert dennoch.

IBM-Entwickler David Gondek weiß, wie „Watson“ tickt – und verliert dennoch.

© Rainer Surrey

„Frankreichs König Ludwig XVI. hat sich oft auf ihren schlechten Rat verlassen. Wer ist gemeint?“ Die Antwort lautet „Marie Antoinette“ – doch der angeblich schlaueste Computer der Welt weiß sie nicht. Das ändert nichts an der großen Aufmerksamkeit, die der IBM-Rechner „Watson“ auf der CeBIT erhält. Etliche Messebesucher wollen eine Runde der US-Quizshow „Jeopardy“ gegen den Supercomputer spielen. Dabei ist der „Watson“ am IBM-Stand in Halle 2 nur eine kleine Kopie des Originalrechners, der vor drei Wochen durch den Sieg in der amerikanischen Ratesendung weltberühmt wurde. „Für den Transport war der richtige Watson einfach zu groß und zu schwer“, sagt IBM-Sprecher Michael Kiess.

Der echte „Watson“, der über vier Jahre von 25 Forschern in Yorktown Heights im US-Bundesstaat New York entwickelt wurde, besteht aus zehn großen Power-7-Rechnern mit 2880 Prozessoren und 16 Terabyte Arbeitsspeicher. Nach Hannover hat IBM eine kleine Kopie mitgebracht, die mit einem Teil der Watson-Software bespielt wurde. 60 knifflige Fragen aus zwölf Kategorien – von Europäischer Union über Herrscherhäuser bis hin zu Weißweinen – sind auf der CeBIT-Version von „Watson“ gespeichert. „Wir zeigen die echten Fragen, die echte Reaktionszeit und die echten Antworten des Rechners“, sagt Kiess. Maximal drei Sekunden braucht der Computer, um eine Frage zu beantworten. „Watson ist nicht klüger als ein Mensch, er ist nur schneller“, sagt IBM-Managerin Martina Koederitz. Es gehe nicht um den Wettbewerb mit dem menschlichen Gehirn – wichtiger sei, dass es nun erstmals eine Maschine gebe, die menschliche Sprache analysieren und auswerten kann, sagt die IBM-Managerin. „Watson ist ein Meilenstein unserer hundertjährigen Unternehmensgeschichte. Er wird nicht nur unsere Geschäftswelt sondern die ganze Menschheit voranbringen.“ Koederitz spricht von neuen Erkenntnissen für die Medizin und das Gesundheitswesen, nützlich sei „Watson“ beispielsweise für die Datenauswertung und die Früherkennung.

Stolz auf „Watson“ ist auch der Forscher David Gondek, der den Computer in den USA mitentwickelt hat. „Ich habe den Rechner selbst programmiert und weiß, wie er denkt und wie er seine Antworten gibt – aber ich kann ihn nicht besiegen“, sagt Gondek. Völlig unbesiegbar sei der Supercomputer aber nicht, nur 70 bis 80 Prozent der Fragen beantworte er richtig, so der Entwickler. Für Koederitz steht trotzdem fest: „Watson ist und bleibt unverkäuflich.“

Sophie Hilgenstock

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