Bei strahlendem Sonnenschein in Hannover habe man in den vergangenen Tagen eine strahlende CeBIT erlebt. Insgesamt zählten die Veranstalter an den fünf Messetagen 339.000 Besucher. Das sind 5000 oder 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. 2010 hatte die CeBIT ein Besucherminus von zwölf Prozent im Vergleich zu der allerdings einen Tag längeren Messe von 2009 hinnehmen müssen.
Raue sprach von einer „phantastischen“ CeBIT 2011, die von interessierten Menschen zunehmend auch im Internet begleitet werde. „Wir bilden in der ersten Märzwoche die größte Onlinecommunity überhaupt“, freute sich der CeBIT-Chef. Das Mittelstandsforum werde auf dem Messegelände von einigen Hundert Gästen besucht, im Internet hätten das aber 27.000 Menschen verfolgt. Auch die Eröffnungsveranstaltung am Montagabend mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan vor 2500 geladenen Gästen habe online die weit größere Besucherzahl gehabt. Mit 15.000 Zuschauern im Internet sei das Interesse sogar doppelt so groß gewesen wie vor zwei Jahren beim ehemaligen Schauspieler und US-Gouverneur Arnold Schwarzenegger. „Die Besucher auf dem Gelände sind also immer nur die Hälfte der Wahrheit“, sagte Raue.
Die neue Aufteilung der Messe in vier am Besucherinteresse orientierte Bereiche habe sich bewährt und werde beibehalten. Die Kernaufgabe der CeBIT, Geschäfte für die Industrie anzubahnen, habe sie in vollem Umfang erfüllt, sagte Raue. In den 45 Messestunden seien bei den gut 4000 Ausstellern sieben Millionen Geschäftskontakte zustande gekommen. Viele Manager lobten die Qualität von Arbeitskreisen und Foren, etwa zum Thema „Cloud-Computing“.
Für die Branche seien die Erwartungen übertroffen worden, sagte August-Wilhelm Scheer, Präsident des Hightech-Verbands Bitkom am Wochenende in Hannover. „Unsere Branche brodelt“, sagte er. „Die Budgets sind wieder da, sie sind größer, und sie sind freigegeben.“ Zur gerade erst herausgegebenen Wachstumsprognose seines Verbands für die deutsche IT-Wirtschaft in diesem Jahr von zwei Prozent sagte Scheer nun: „Das ist meines Erachtens nur die Untergrenze.“ Die IT sei auch der Treiber für andere Branchen. Auf der CeBIT war etwa der Autohersteller Ford mit der Deutschland-Premiere des neuen Kompaktmodells Focus vertreten. Auch die Musikindustrie traf sich zum Gedankenaustausch in Hannover.
„Wir zeigen hier nicht nur Kisten und Software“, sagt Scheer, „sondern neue Lebensmuster, die alle Menschen betreffen.“ Deshalb sei es auch wichtig gewesen, wieder das interessierte Laienpublikum auf die CeBIT zu locken.
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