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CeBIT 2012 Der Smart für das Phone
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22:44 08.03.2012
Angemessene Umgebung für moderne IT: Die Smart-Studie im iF-Designcenter. Quelle: Poblete
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Hannover

Michael Gorriz, oberster IT-Manager des Konzerns, erzählt die Geschichte und zitiert seinen Chef Dieter Zetsche: „Das Auto wird nicht nur elektronischer und asiatischer, sondern auch digitaler.“

Das gilt nicht nur für das Produkt, sondern genauso für Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Service. So sind die Autokonzerne jedes Jahr ein bisschen größer auf der CeBIT vertreten. Daimler und Audi präsentieren sich in Halle 11, VW in Halle 22, BMW in Halle  4, und ein ganzer „automotiveDAY“ gehörte gestern den IT-Experten der Autobauer.  Mattias Andree Ulbrich, Gorriz’ Kollege von Audi, stellt fest: „Wir sind Teil der Branche geworden.“

Ganz im Sinne der kalifornischen iPhone-Freundin ist „always on“ inzwischen die Devise. Was in den vergangenen Jahren im Versuchsstadium gezeigt wurde, findet inzwischen seinen Weg in die Großserie. Nicht zufällig haben sich Daimler und Audi ihre um junge Kundschaft konkurrierenden Kompaktmodelle dafür ausgesucht. Die Stuttgarter versprechen für die neue A-Klasse umfassende Vernetzung, die Ingolstädter haben ihren neuen A3 gleich auf die CeBIT gestellt – parallel zur Weltpremiere in Genf.  Der hat zum Beispiel das sogenannte PhoneBox-System,  bei dem jedes Handy drahtlos an die Autotechnik angedockt werden kann. Audis Elektronik-Chef Ricky Hudi verspricht eine erheblich bessere Netzleistung. Für die intuitive Bedienung der Multimediaausstattung, im Auto ein heikler Punkt, hat sich Audi ein „Touchwheel“ in der Mittelkonsole ausgedacht, das jetzt den Weg aus der Oberklasse in den A3 findet.

Auch Daimlers neue A-Klasse versteht sich mit dem privaten Smartphone.  So kann das Handy auch als Modem für das System Comand Online dienen und Internetinhalte auf den Monitor in der Mittelkonsole liefern. Auf ähnlichen  Wegen ist auch BMW mit „ConnectedDrive“ unterwegs, und alle drei Premiumhersteller wollen ihren Online-Kunden auch Inhalt liefern – vor  allem Mobilitätsnahes wie Reiseführer und Wetter. Vom „digitalen Betanken“ spricht Audi-Manager Ulbrich.

„Zehn Jahre lang haben wir das Auto in sich vernetzt, jetzt vernetzen wir es mit der Umwelt“, sagt Hudi. Was dabei außer Unterhaltung möglich ist, braucht allerdings noch Zeit. So forscht Audi am „pilotierten Fahren“, das im Stau dem Rechner das Lenkrad überlassen soll – Fahrer oder Fahrerin könnten derweil ja eine mobile Videokonferenz abhalten. Dann haben sie vielleicht auch die Muße für das Head-up-Display, das in Audis Visionen gleich drei Infofenster auf die Windschutzscheibe projiziert – zum Hin- und Herwischen à la Touchscreen.

Die Möglichkeiten scheinen unbegrenzt, „IT ist überall“, wie Daimler-Manager Gorriz sagt. Die Autobauer können es sich nicht leisten, eines Tages als simple Blechbieger dazustehen, während Softwarehäuser, Chipentwickler und Dienstleister über die Produkteigenschaften entscheiden. Also wagen sie sich selbst auf neues Terrain vor. „Audi wird Dienstleister“, sagt Ulbrich. Für diese Aufgabe wird die VW-Tochter bald ihr viertes Rechenzentrum eröffnen, über das auch der Datenverkehr der fahrenden Kundschaft laufen soll.

Michael Gorriz berichtet, dass seine IT-Mannschaft – weltweit rund 5000 Leute – wohl erstmals ein Daimler-Produkt für Endkunden entwickelt habe. Beim Carsharing-Projekt „car2go“ liege schließlich „die Lösung nicht im Auto, sondern in der IT“. In der Tat sind dabei normale Smarts unterwegs. Dass die Kunden sie in den Modellregionen jederzeit finden, fahren und dann fast beliebig wieder abstellen können – das liegt an einer kleinen Mobilfunk-Schnittstelle im Auto und einem großen Rechenzentrum weit entfernt.

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