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Dokument mit Chipfunktion

Neuer Personalausweis hat Startprobleme

Von Dirk Schmaler

Der neue Personalausweis hat auch anderthalb Jahre nach der Einführung noch Startprobleme. Erst elf Millionen Bundesbürger haben das Dokument mit Chipfunktion bereits in ihren Portemonnaies, nicht einmal 40 Prozent davon haben sich auch die Zusatzfunktionen freischalten lassen, um sich mit der Karte auch im Internet ausweisen zu können.
Foto: Erst elf Millionen Bundesbürger haben den neuen Personalausweis in ihren Portemonnaies.

Erst elf Millionen Bundesbürger haben den neuen Personalausweis in ihren Portemonnaies.

© dpa

Hannover. "Das ist wahrlich kein Ansturm - aber besser als gar nichts", sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich am Dienstag auf dert CeBIT. Der neue Personalausweis sieht aus wie eine Scheckkarte und hat einen Funkchip, von dem die Identitätsdaten mit einem Lesegerät ausgelesen werden können. Wer im Internet Verträge abschließen will, soll sich so ausweisen können. Auch Behördengängen sollen online möglich sein. Allerdings ist das Misstrauen in die neuen Funktionen in der Bevölkerung noch verhältnismäßig groß. ußerdem gibt es bisher kaum Unternehmen, Städte und Gemeinden, die Anwendungen für die neue Funktion anbieten.

Auch der Branchenverband Bitcom zeigte sich wenig zufrieden mit den Nutzerzahlen des neuen Ausweises, von dem sich die IT-Branche einiges verspricht. "Ich hätte mir mehr gewünscht", sagte Bitcom-Präsident Dieter Kempf gestern. "Vielleicht gibt es einfach noch nicht genug praktische Anwendungsmöglichkeiten für die neuen Funktionen", sagte Kempf und fügt hinzu: "Das ist das Henne-Ei-Problem - das kennen wir von auch bei anderen Technikeinführungen."

Noch in diesem Jahr sollen nach Bitcom-Angaben allerdings neue Anwendungen starten. Für vielversprechend hält die Bundesdruckerei, die den E-Ausweis herstellt, den Einsatz bei Bankgeschäften. "Der Ausweis ist geeignet, das Bankwesen zu revolutionieren", sagt Ulrich Hamann von der Bundesdruckerei gar.

Bereits in der Testphase ist der Einsatz des Personalausweises zum Geldabheben an Bankautomaten. "Dies könnte noch in diesem Jahr mit einer ersten Bank und 150 Bankautomaten starten", sagt Hamann. Man legt den Personalausweis auf ein Lesegerät, gibt eine sechsstellige PIN ein und schon gibt es Bargeld. Die Vorteile für Kunden und Banken liegen auf der Hand: In den Geldbörsen bräuchte man nur noch eine Karte für alles, und die Kreditinstitute müssten keine eigenen Karten mehr herstellen und verschicken. Allerdings ist die Abhebefunktion bisher für Privatkundenbanken vom Deutschen Kreditausschuss nicht zugelassen, so dass eine flächendeckende Einführung wohl noch dauern wird. 

Schon jetzt können Bankkunden vom heimischen Computer aus jedoch beispielsweise ein Tagesgeldkonto eröffnen - einfach durch das Einlesen der Personalausweisdaten am Schreibtisch. "Eine Stunde später kann man dann die erste Überweisung tätigen." Bisher gibt es nur eine Bank, die den Service anbietet: die BIW Bank aus Nordrhein-Westfalen, die allerdings keine Girokonten verwaltet. Auch hier müssen noch viele Gespräche geführt, Beschlüsse gefasst und offene Fragen geklärt werden. "Auf mittlere Sicht", erklärt die Bundesdruckerei, sei jedoch eine flächendeckende Einführung realistisch.

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