Mehr als ein Jahr dauerte der Kampf zwischen Continental und Schaeffler um die Macht bei Deutschlands zweitgrößtem Automobilzulieferer. Zwei Conti-Chefs hintereinander kostete es den Posten. Die wichtigsten Stationen haben wir in diesem Dossier zusammengestellt. [Stand: Oktober 2009]
Ein Jahr ist es jetzt her, dass die Schaeffler-Gruppe das Unerhörte wagte: Das Familienunternehmen, bis dahin außerhalb der fränkischen Heimat nur Fachleuten ein Begriff, vermeldete eine Beteiligung am vielfach größeren Continental-Konzern, faktisch eine Beherrschung. Ein Jahr also, viele Monate Vorbereitung, teurer Beistand kundiger Berater - und zustande gebracht wurde nichts außer einem beispiellosen Desaster.
Maria-Elisabeth Schaeffler, Eigentümerin der wachsenden Schaeffler-Gruppe, genoss anfangs allerorten höchsten Respekt. Jetzt könnte sie, wegen Conti-Krise und Finanzproblemen, zur Hassfigur werden.
Hubertus von Grünberg gilt als hart und fast fehlerfrei. Nur einmal scheint den makellosen Manager sein Geschick verlassen zu haben.
Conti-Chef Karl-Thomas Neumann ist Marathonläufer. Einen langen Atem braucht er auch im zähen Ringen um die Zukunft des Konzerns. Mit seinem Plan einer Kapitalerhöhung bei Conti, um dem klammen Konzern Luft zu verschaffen, hat er Großaktionär Schaeffler gegen sich aufgebracht.
Frühere Mitarbeiter schildern den designierten Conti-Chef Elmar Degenhart als bestimmend und geradlinig, aber auch als ausgleichend und jovial.
Nach monatelangen Machtkämpfen und Personalquerelen ist die neue Führungsmannschaft des Continental-Konzerns komplett. Der Aufsichtsrat des zweitgrößten deutschen Autozulieferers nach Bosch wählte am Montag in Hannover Linde-Chef Wolfgang Reitzle zu seinem Vorsitzenden.
Der Continental-Konzern hat seine Erfahrungen mit feindlichen Übernahmeversuchen. 1990 begann ein alles in allem zweieinhalb Jahre währender deutsch-italienischer Wirtschaftskrimi, als der Reifenhersteller Pirelli die Hannoveraner schlucken wollte.
Linde-Chef Wolfgang Reitzle soll neuer Vorsitzender des Continental-Aufsichtsrats werden. Das teilte der Autozulieferer am Mittwoch in Hannover mit.
Conti ist zu einem Hightech-Riesen avanciert, doch die Börse hat sich zuletzt wenig dafür interessiert.
Die neue Kreditvereinbarung zwischen Conti-Großaktionär Schaeffler und seinen Banken gibt den Kreditgebern deutlich mehr Macht, als sie bislang hatten.
Der Conti-Großaktionär Schaeffler sitzt bei dem hannoverschen Zulieferriesen seit Dienstag sicherer denn je im Fahrersitz. Das Familienunternehmen hat sich mit fünf Hauptkreditgebern auf ein neues Finanzierungskonzept für seine zwölf Milliarden Euro schwere Schuldenlast geeinigt.
So viele neue Vorstände auf einen Schlag dürfte es in der 138-jährigen Geschichte der Continental wohl noch nie gegeben haben.
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