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18. August 2009

Banken überlassen Schaeffler die Kontrollhebel bei Conti

Von Lars Ruzic

Der Conti-Großaktionär Schaeffler sitzt bei dem hannoverschen Zulieferriesen seit Dienstag sicherer denn je im Fahrersitz. Das Familienunternehmen hat sich mit fünf Hauptkreditgebern auf ein neues Finanzierungskonzept für seine zwölf Milliarden Euro schwere Schuldenlast geeinigt.
Der neue Finanzplan gibt den Franken gut drei Jahre mehr Zeit für die Rückzahlung.

Der neue Finanzplan gibt den Franken gut drei Jahre mehr Zeit für die Rückzahlung.

© Timm Schamberger/ddp

Der Finanzplan gibt den Franken gut drei Jahre mehr Zeit für die Rückzahlung. Eine direkte Machtübernahme bei Conti durch die beteiligten Banken ist damit vorerst vom Tisch. Bereits vor wenigen Tagen hatte Schaeffler einen eigenen Manager als neuen Conti-Vorstandschef durchgesetzt.

Unklar ist noch, wer neuer Chef des Aufsichtsrats werden soll. Derzeit halten die Franken 49,9 Prozent der Conti-Aktien direkt, weitere 40 Prozent sind bei Banken geparkt. Die restlichen Conti-Papiere waren wegen des Endes der Unsicherheit am Dienstag an der Börse gefragt. Sie legten bis Börsenschluss um mehr als 17 Prozent zu. Dem Vernehmen nach entfallen sieben Milliarden Euro der Verbindlichkeiten auf das in der Schaeffler KG gebündelte operative Geschäft.

Diese Schulden müssen innerhalb von viereinhalb Jahren abgestottert werden. Gleichzeitig soll die Familienfirma bis Mitte 2010 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und anschließend eventuell mit Conti verschmolzen werden. Weitere fünf Milliarden Euro verbleiben bei der Schaeffler-Holding. Deren letzter Cent ist erst in sechs Jahren fällig. Gleichzeitig sollen hier flexible Regelungen ausgehandelt worden sein, die auch eine schnelle Rückzahlung erlauben, falls Geld ins Haus kommt. Schaeffler hat beispielsweise einen Verkauf des Conti-Gummigeschäfts mittelfristig nie ausgeschlossen. Er könnte in einigen Jahren das nötige Geld einspielen.

Über die Fälligkeitstermine einzelner Tranchen oder die Zinskonditionen war nichts zu erfahren. Letztere seien „marktüblich“, hieß es lediglich. Schaeffler-Finanzvorstand Klaus Rosenfeld lobte die Einigung als „zentralen Meilenstein“, Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil hofft auf „positive Auswirkungen für die kommenden Gespräche mit dem niedersächsischen Konzernunternehmen Continental“.

Der bayerische FDP-Politiker nutzte die Nachricht zu einem Frontalangriff auf Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), der nach dem Ende des VW-Porsche-Machtkampfs angekündigt hatte, sich nun stärker um Conti/Schaeffler kümmern zu wollen. Zeil warf dem niedersächsischen Regierungschef vor, Planwirtschaft betreiben zu wollen. Wulff scheine durch seine Position als VW-Aufsichtsrat eigentümliche Ansichten darüber zu haben, welchen Einfluss Politik auf konkrete Unternehmensentscheidungen haben sollte. Wulff solle sich nicht „als Industriekapitän aufspielen“.

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