Lange hatte sich Neumann in der Hängepartie bedeckt gehalten. Doch in den vergangenen Tagen ging der 48-Jährige in die Offensive. In einem bekanntgewordenen Brief an Schaeffler warf er den Franken vor, Vorschläge von Conti zu einem gemeinsamen Konzern zu blockieren. Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler und Geschäftsführer Jürgen Geißinger hätten durch ihr Verhalten „in erheblichem Maße“ den Unternehmenswert der Continental AG zerstört. Schaeffler wies dies zurück.
Vor allem das Verhältnis zwischen Neumann und Schaeffler-Geschäftsführer Jürgen Geißinger gilt als angespannt. Beide ringen um den Spitzenjob in einem möglichen künftigen Großkonzern aus Conti und Schaeffler.
Neumann führt die Conti noch nicht lange: Er wurde im September 2008 Nachfolger des langjährigen Vorstandschefs Manfred Wennemer. Wennemer hatte nach der Niederlage von Conti im Übernahmekampf mit Schaeffler das Handtuch geworfen. Zusammen mit dem früheren Conti-Finanzchef Alan Hippe galt Neumann lange als Kronprinz von Wennemer und setzte sich, mit Unterstützung von Schaeffler, in der Nachfolge durch.
Neumann gilt als Teamarbeiter mit einer offenen Art. Der 48-Jährige gilt als kommunikativ und verbindlich. Mit seiner Lebensgefährtin hat er ein Kind.
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