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03. September 2009

Autobranche droht neue Rabattschlacht

Nachdem die Abwrackprämie ausgelaufen ist, setzt die Industrie auf Export. Die IG Metall rechnet nun mit Kurzarbeit bei VW.
© Rainer Surrey / HAZ

Nach dem Ende der mehr als sieben Monate währenden Abwrackparty hofft die Autobranche darauf, dass nun der Kater nicht allzu schwer ausfällt. Dabei stützt sich der Verband der Automobilindustrie (VDA) vor allem auf einen wieder anziehenden Export. So hätten die Auftragseingänge aus dem Ausland im August nur noch 3 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen, während in den ersten Monaten des Jahres noch Rückgänge um bis zu 30 Prozent zu Buche gestanden hätten, teilte der VDA am Mittwoch mit.

„Die Talsohle haben wir durchschritten“, so der Verband. Die Lage werde sich nun „Schritt für Schritt weiter verbessern“. Allerdings ist auch auf den wichtigsten Auslandsmärkten die Nachfrage inzwischen durch staatliche Prämien aufgebläht worden. Und auf dem wichtigen Heimatmarkt drohe nun nicht nur eine Fortsetzung der Rabattschlacht mit anderen Mitteln, sondern auch ein Produktionseinbruch für wichtige Hersteller wie Volkswagen, sagen Experten voraus. IG-Metall-Chef Berthold Huber etwa prognostizierte gestern in Berlin, VW werde künftig wohl stärker auf Kurzarbeit zurückgreifen, als dies bislang der Fall war. Die Wolfsburger gehörten zu den größten Profiteuren der gestern ausgelaufenen Prämie.

Prognosen rechnen in Deutschland mit einem Rückgang der Pkw-Zulassungszahlen im nächsten Jahr um gut 20 Prozent auf 2,8 Millionen Einheiten. Verbunden damit wird ein Wegfall von über 90 000 Arbeitsplätzen in der Industrie befürchtet. Besonders düster werden die kommenden Monate und Jahre wohl für die Händler, sagt eine Studie der Universität Duisburg-Essen voraus. Sie müssten nun auf Hauspreise setzen, um das mit der Prämie erreichte Rabattniveau zu halten, so der Autor der Studie, Ferdinand Dudenhöffer. Das Wertgefühl sei durch die Subvention nachhaltig gestört, die Listenpreise nicht mehr das Papier wert, auf denen sie gedruckt sind. „Es wird lange dauern, bis sich der deutsche Automarkt von der größten Rabattschlacht der Geschichte erholt hat“, meinte Dudenhöffer.

In der Zulassungsstatistik wird davon zunächst nichts zu spüren sein, da viele Kunden noch auf ihre vorbestellten Fahrzeuge warten. So wurden auch im August noch 28 Prozent mehr Autos neu angemeldet als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Insgesamt waren es nach VDA-Angaben 275 200, womit die Autohändler seit Jahresbeginn 2,67 Millionen Fahrzeuge verkauften. Für das Gesamtjahr rechnet der Verband mit 3,5 Millionen Neuzulassungen.

von Lars Ruzic

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