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Stimmung in Unternehmen

Hannovers Firmen sind wieder auf Erholungskurs

Von Lars Ruzic

In der Region Hannover bessert sich die Stimmung der Unternehmen auf breiter Front. Auftragslage, Investitionsbereitschaft und Unternehmensgründungen sind im ersten Quartal gestiegen. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Insolvenzen zum zweiten Mal verringert. Das sind die Kernergebnisse des HAZ-Hannover-Trends.

Auftragslage, Stimmung und Investitionsbereitschaft der Firmen in der Region Hannover sind auf dem aufsteigenden Ast – allein ihre Finanzlage entwickelt sich weiterhin gegen den Trend. Noch immer sind gerade die Unternehmen in der Industrie weit vom Vorkrisenniveau entfernt, gleichwohl sind sie derzeit Vorreiter einer starken Aufwärtsbewegung. „Die Erholung greift auf weitere wichtige Branchen über“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Wilfried Prewo.

Im HAZ-Hannover-Trend, der gemeinsam mit Arbeitsagentur, Creditreform und IHK entsteht, überwiegt der Optimismus. Der Konjunkturklimaindex zeigt einen V-förmigen Verlauf und liegt mit 108 Punkten schon wieder höher als vor der Krise. In der Industrie im Allgemeinen und bei den Herstellern von Investitionsgütern im Besonderen hat sich die Stimmung im ersten Quartal deutlich gebessert. „Die Unternehmen sind dabei, die guten Ansätze der vergangenen Monate weiter auszubauen“, meint Prewo.

Zum zweiten Mal in Folge ist die Zahl der Insolvenzen in der Region gesunken. Für Holger Bissel, geschäftsführender Gesellschafter der Creditreform Hannover-Celle, deutet das allerdings eher auf eine „Warteposition“ hin. „Mit steigenden Anforderungen an das zu finanzierende Umlaufvermögen wird die Anzahl der Insolvenzen noch zunehmen“, prognostiziert der Chef der Auskunftei. „Bei aller Zuversicht bleibt festzuhalten, dass die Folgen der Krise noch lange nicht in ihrer vollen Konsequenz zu Tage getreten sind.“

Zumal die Kapitalausstattung der Firmen immer schlechter wird. Der über alle 40 000 Unternehmen im Raum Hannover gebildete Bonitätsindex hat sich abermals deutlich verschlechtert. Immer mehr Betriebe meldeten Finanzierungsbedarf an, um Lücken zu schließen. Auch in der Industrie, wo die neuen Projekte vorfinanziert sein wollen, bleibe „verschärft die Finanzierungsfrage unklar“. Dass die Unternehmen derzeit wieder stark Kredite nachfragen, zeigt sich auch in der deutlichen Belebung des Firmengeschäfts der örtlichen Banken. Nicht ohne Grund hat sich in der Stimmungsumfrage der IHK kein Institut gefunden, das seine Geschäftslage als „schlecht“ ansah.

Offenbar sind die Banken durchaus auch bereit, den Neustart von Unternehmern mitzufinanzieren. Denn die Zahl der Firmengründungen ist im ersten Quartal auf 444 gestiegen. Es stehe zu hoffen, dass die Firmen angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels auch geeignetes Personal fänden, sagt Bissel. Hier sei der Wirtschaftsstandort als Ganzes gefragt, seine Attraktivität zu verbessern, um im wachsenden Wettbewerb um die besten Köpfe bestehen zu können. Schon jetzt zeigt sich, das in vielen Betrieben der Personalbedarf wieder steigt. Obwohl im ersten Quartal der Zugang an offenen Stellen saisonbedingt vergleichsweise gering ist, wurden der Arbeitsagentur in diesem Jahr sogar mehr unbesetzte Jobs gemeldet als im Vorquartal.

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