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Trotz Krise

Paulmann zahlt satten Bonus

Von Lars Ruzic

Das Geschäft des Lampen- und Leuchtenherstellers Paulmann in Völksen lief 2009 besser als erwartet: Die 220 Mitarbeiter erhalten deshalb als Ergebnisbonus knapp 4200 Euro - zusätzlich zu Weihnachts- und Urlaubsgeld
Bei Paulmann hat man rechtzeitig auf das Glühbirnenverbot reagiert.

Bei Paulmann hat man rechtzeitig auf das Glühbirnenverbot reagiert.

© Handout

Bis nach Völksen ist die Weltwirtschaftskrise noch nicht vorgedrungen – zumindest bekommen die 220 Mitarbeiter des Lampen- und Leuchtenherstellers Paulmann sie nicht zu spüren. Im Gegenteil: Pro Vollzeitstelle will das Familienunternehmen einen Ergebnisbonus von 4192 Euro für das zurückliegende Geschäftsjahr ausschütten, das für Paulmann am Ende deutlich besser ausging als erwartet. Im Gegensatz zu anderen Firmen, die ein Gewinnbeteiligungsmodell für die Belegschaft eingeführt haben, zahlt der Lampenspezialist den Bonus zusätzlich zu Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Dass die Beschäftigten ausgerechnet für 2009 die zweithöchste Prämie seit Schaffung des Modells vor vier Jahren einstreichen können, lag vor allem am Pessimismus der Firmenspitze bei den Planungen. Denn die Gewinnprognose zu Jahresbeginn bildet die Grundlage für die Bonus-Berechnung. Am Ende fiel das Ergebnis fast doppelt so hoch aus wie erwartet, sagte Finanzchef Thomas Hamann, ohne genaue Zahlen zu nennen. Traditionell liegt die operative Marge bei dem Völksener Unternehmen bei gut 10 Prozent. Der Umsatz stieg in der Gruppe um 2,5 Prozent auf 89 Millionen Euro.

Dabei half dem 1982 gegründeten Unternehmen vor allem das Glühlampenverbot der EU. „Das war eine Vorlage für uns, die wir allerdings auch verwandeln mussten“, sagte Hamann. Zwar sei man davon als Hersteller auch stark betroffen, habe jedoch rechtzeitig in den Baumärkten und Möbelhäusern mit einem breiten Angebot an Energiespar- und LED-Leuchten auftrumpfen können.

Das habe vor allem im Inland, das gut die Hälfte des Geschäfts ausmacht, die Umsätze in die Höhe getrieben. Damit hätten die Rückgänge in Osteuropa aufgefangen werden können. Die letzte eigene Produktion im lettischen Riga hat Paulmann indes geschlossen. Die einst sowjetische Glühlampenfabrik hatte zuvor mit einem großen Aderlass bei Fachkräften und Kostenproblemen zu kämpfen. Eine Umstellung auf moderne Lampentechnik hätte zu hohe Investitionen bedeutet, sagte Hamann. Alle 200 Mitarbeiter mussten sich einen neuen Jobs suchen.

Paulmann lässt seine mehr als 3000 Lampen und Leuchten inzwischen ausnahmslos von Auftragsfertigern produzieren, die zu gut 60 Prozent in Asien sitzen. Im Springer Ortsteil Völksen werden die Produkte, die sich an den Endverbraucher richten, entwickelt und später auch an den Handel verteilt.

Für 2010 ist Hamann übrigens abermals „nicht zu euphorisch“. Grund seien Kosten für eine Designumstellung und die Ungewissheit, ob der Konsum in diesem Jahr nicht doch noch stärker einbrechen könnte. Wenn er abermals zu pessimistisch war, könnte in einem Jahr erneut ein satter Bonus für die Mannschaft drin sein.

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