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03. September 2009

Katar vollzieht Einstieg bei Porsche und VW

Von Stefan Winter

Porsche und VW haben einen neuen Großaktionär. Das Emirat Katar hat in den vergangenen Tagen seinen Einstieg bei den beiden Autobauern perfekt gemacht.

Und hält nun zehn Prozent der Stimmrechte bei der Porsche Automobil Holding SE und knapp sieben Prozent bei der Volkswagen AG. Bis 2011 sollen beide Unternehmen in mehreren Schritten fusioniert werden. An dem neuen Autokonzern sollen die Araber letztlich knapp 20 Prozent halten. Mit dem Geschäft kann Porsche seine Schulden um einige Milliarden Euro abtragen, der genaue Betrag wurde nicht genannt. Außerdem wird der Sportwagenbauer die Optionen auf VW-Aktien los, die für ihn zuletzt zum unkalkulierbaren Risiko geworden waren.

Für Porsche ist der Einstieg der Qatar Investment Authority ein historischer Schritt. Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte können Aktionäre mitbestimmen, die nicht den Familien Porsche oder Piëch angehören. Bisher waren den familienfremden Aktionären allein die Vorzugsaktien vorbehalten, die kein Stimmrecht in der Hauptversammlung bieten. Mit der Übernahme und Einlösung der Optionen ist Katar auch drittgrößter Aktionär bei Volkswagen hinter der Porsche SE und dem Land Niedersachsen geworden. Porsche hatte Optionen auf mehr als 20 Prozent der VW-Stammaktien angesammelt und den größten Teil davon Mitte August an Katar verkauft. VW teilte gestern mit, dass zwei Tranchen Ende August fällig geworden seien, so dass Katar jetzt knapp 7 Prozent der VW-Stämme hält. Optionen auf weitere 10 Prozent werden im Dezember fällig. Zum Jahresende dürfte Katar also mit 17 Prozent an VW beteiligt sein.

Unklar sind nach wie vor Porsches Optionsgeschäfte auf VW-Vorzugsaktien. Angeblich haben sich die Stuttgarter auch dort im großen Stil mit Kaufrechten eingedeckt. Auch diese Optionen auf 51 Prozent der Vorzüge soll Katar übernommen haben. Mit der komplizierten Gemengelage wird sich Donnerstagabend auch der Arbeitskreis Aktiendindizes der Deutschen Börse befassen müssen. Es ist die Frage zu klären, ob sich mehr als 90 Prozent der VW-Stammaktien in festen Händen befinden. Dann wäre nach den Börsenregeln der Streubesitz zu klein, um das Papier im Dax zu führen. Es könnte dort durch die Vorzugsaktien ersetzt werden.

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