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Absturz der Börsen versetzt Europa in Sorge

Euro-Gipfel Absturz der Börsen versetzt Europa in Sorge

Die Hoffnung, dass nach den Beschlüssen des Euro-Gipfels Ruhe an den Märkten einkehren würde, hat sich nicht erfüllt: An den Aktienbörsen brechen die Kurse ein, ebenso an den Anleihemärkten, die Anleger suchen Zuflucht im Schweizer Franken und im Gold, das immer neue Rekordkurse erreicht.

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Die Entwicklungen an der Börse werden mit Sorge betrachtet.

Quelle: dpa

Frankfurt/Hannover. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso verlangte am Donnerstag eine Ausweitung des Rettungsschirms, um die Märkte zu beruhigen. Die Europäische Zentralbank nahm ihre umstrittenen Käufe von Staatsanleihen wieder auf, die Notenbanken der Schweiz und Japans fluteten die Devisenmärkte mit Franken und Yen, um den Kursanstieg ihrer Währungen zu bremsen.

Der deutsche Aktienmarkt büßte, gemessen am Leitindex Dax, mehr als drei Prozent ein. Mit rund 6400 Punkten hat er innerhalb einer Woche 800 Punkte verloren. „Jetzt brechen die letzten Dämme“, kommentierten Börsianer den Kursrutsch. Die Lage am US-Aktienmarkt verschärfte sich dramatisch: Der Dow Jones Industrial stürzte um mehr als 500 Punkte ab und fiel erstmals seit Dezember 2010 unter 11 400 Punkte.

Die Staatsanleihen der als kritisch geltenden Länder kamen ebenfalls stark unter Druck. Deshalb gab der Präsident der Europäischen Notenbank, Jean-Claude Trichet, bekannt, dass die EZB wieder Staatspapiere mehrerer Länder aufkauft. Die Entscheidung sei im EZB-Rat mit großer Mehrheit, aber nicht einstimmig gefallen, sagte er.

Zuletzt waren die Schuldenländer Spanien und Italien in den Fokus geraten. Ihre Staatsanleihen kamen in den vergangenen Tagen wegen wachsender Zweifel an ihrer Zahlungsfähigkeit stark unter Druck. Die Zentralbank hatte in der Vergangenheit massenhaft griechische, irische und portugiesische Staatspapiere gekauft. Eine Rede von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi vom Mittwochabend hatte ihren Zweck verfehlt, die Märkte zu beruhigen.

EU-Kommissionspräsident Barroso schlug vor, den inzwischen 440 Milliarden Euro schweren Krisenfonds EFSF weiter aufzustocken. In einem aBrief an die Staats- und Regierungschefs der 17 Euro-Staaten fordert er zu einer „raschen Überprüfung aller Elemente des EFSF“ auf: Die Regierungen müssten sicherstellen, dass der Fonds „über die Mittel verfügt, um Ansteckungsgefahren zu bekämpfen“.

In Berlin stieß er damit auf Granit. „Es ist nicht zu erkennen, inwieweit eine Neueröffnung der Debatte nur zwei Wochen nach dem Gipfel zu einer Beruhigung der Märkte beitragen soll“, erklärte Martin Kotthaus, Sprecher von Finanzminister Wolfgang Schäuble. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat für Freitag ein Krisentelefonat mit der Bundeskanzlerin und Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero angekündigt.

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Nervöse Märkte
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Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

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