Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Weltweite Finanzkrise Die Ergebnisse des Euro-Gipfels
Nachrichten Wirtschaft Themen Weltweite Finanzkrise Die Ergebnisse des Euro-Gipfels
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:11 27.10.2011
Anzeige
Brüssel

Neues Griechenland-Paket: Griechenland wird ein neues Hilfspaket von 100 Milliarden Euro bekommen. Es soll bis Jahresende endgültig ausverhandelt sein. Im Juli hatten die Regierungen der Euroländer ursprünglich 109 Milliarden Euro öffentliche Hilfe beschlossen. Diese war aber nie abschließend auf den Weg gebracht worden. Nun kommen allerdings zusätzliche Garantien in Höhe von 30 Milliarden Euro als Beitrag des öffentlichen Sektors für den Schuldenschnitt hinzu.
Schuldenschnitt: Die Privatgläubiger wie Banken und Versicherungen werden stärker am neuen Griechenland-Paket beteiligt als bisher angenommen. Bereits im Juli hatte die Eurozone beschlossen, die Privatgläubiger mit einem freiwilligen Abschlag auf griechische Staatsanleihen von 21 Prozent ins Boot zu holen. Nun sind es 50 Prozent.
Rettungsfonds ESFS: Die Schlagkraft des Rettungsfonds EFSF wird mit einem sogenannten Hebel auf eine Billion Euro vervielfacht. Derzeit kann der Fonds 440 Milliarden Euro Kredite vergeben. Der EFSF wird nun teilweise das Risiko eines Zahlungsausfalls für Schuldtitel gefährdeter Euro-Staaten übernehmen. Er bietet quasi eine Art Teilkaskoversicherung, wenn Schuldenstaaten neue Anleihen ausgeben. Zudem soll ein neuer Sondertopf geschaffen werden, an dem sich derInternationale Währungsfonds IWF beteiligt. Dieser Fonds investiert in Anleihen, die der EFSF ebenfalls zum Teil absichert. Dabei könnten ausländische Investoren wie Staatsfonds aus China mitmachen.
Mehr Kapital für Banken: Führenden Banken Europas müssen sich gut 106 Milliarden Euro frisches Kapital besorgen. Nur so kann die Branche nach Berechnungen der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) den Schuldenerlass zu verkraften. Deutsche Banken brauchen frisches Kernkapital in Höhe von 5,18 Milliarden Euro. Beschluss des Gipfels aller 27 EU-Staaten vom Mittwoch.
Stärkere Aufsicht: Die Wirtschafts- und Haushaltspolitik der 17 Eurostaaten wird stärker beaufsichtigt. Zweimal im Jahr wird es Gipfeltreffen der Euroländer geben, um Strategien festzulegen. Die Gipfel der Eurozone sollen auf Dauer einen eigenen Chef bekommen. Zunächst nimmt der ständige EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy das Amt wahr.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Europa hat einen Schutzwall gegen die gefährliche Schulden- und Bankenkrise errichtet. Der Euro-Gipfel einigte sich am Donnerstag auf ein umfassendes Paket, zu dem ein neuer Rettungsplan für Griechenland von 100 Milliarden Euro gehört und ein gestärkter Krisenfonds für klamme Eurostaaten.

27.10.2011

Vor dem Euro-Krisengipfel verteidigt Merkel im Bundestag einen gigantischen Rettungsschirm als alternativlos - und bekommt breiten Rückhalt im Parlament. Union, FDP sowie SPD und Grüne stimmen einem möglichen Billionen-Hilfsfonds zu - samt eventuell höherer Risiken.

26.10.2011

Noch ein EU-Gipfel – und der Rettungsschirm wird immer größer: Es geht um eine Billion Euro. Darüber befindet am Mittwoch ein EU-Krisengipfel. Wenn der Deutsche Bundestag vorher zustimmt. Eine Krisensitzung in Rom endete am Abend ergebnislos.

25.10.2011
Anzeige