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Weltweite Finanzkrise Leichte Entspannung am Markt für Staatsanleihen
Nachrichten Wirtschaft Themen Weltweite Finanzkrise Leichte Entspannung am Markt für Staatsanleihen
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13:59 04.08.2011
Markt für Staatsanleihen leicht entspannt. Quelle: dpa
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Frankfurt/Main

Der Druck auf die hochverschuldeten Euro-Staaten Italien und Spanien hat leicht nachgelassen. Nachdem die Risikoaufschläge für ihre Staatsanleihen zuletzt ein alarmierend hohes Niveau erreicht hatten, fielen sie am Donnerstag im Vormittagshandel zurück. Die Rendite der italienischen Staatsanleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren rutschte zeitweise bis auf 5,918 Prozent. Im weiteren Handel stiegen die Risikoaufschläge aber wieder etwas auf zuletzt 5,961 Prozent - das war ein Rückgang von 0,11 Prozentpunkten zum Vortag. Zum Vergleich: Die Rendite der deutschen zehnjährigen Anleihen lag bei 2,430 Prozent.

Am Mittwochabend hatte Regierungschef Silvio Berlusconi versichert, die Banken des Landes seien solide und die Wirtschaft vital. Außerdem verteidigte Berlusconi das Sparpaket und die Krisenmaßnahmen seiner Regierung. Die Rede stieß auf ein verhaltenes bis negatives Echo - Experten zufolge hatte sie aber kaum Einfluss auf den Handel an den Anleihenmärkten.

Die Rendite der spanischen Staatsanleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren gab im Vormittagshandel ebenfalls deutlich nach. Sie lag aber mit 6,046 Prozent weiter knapp über der Marke von 6 Prozent, die als ein Warnsignal gilt. Dies ist ein Rückgang von 0,16 Prozentpunkten. Händler erklärten den aktuellen Rückgang der Renditen mit der allgemein etwas entspannten Situation an den Finanzmärkten: Nach einer tagelangen Talfahrt konnte beispielsweise der Deutsche Aktienindex Dax im Vormittagshandel zu einer leichten Erholung ansetzen, gegen Mittag drehte er allerdings leicht ins Minus.

Eine mit Spannung erwartete Auktion spanischer Staatsanleihen verlief Händlern zufolge vergleichsweise erfolgreich: Spanien platzierte am Vormittag Anleihen mit einer Laufzeit von drei und vier Jahren im Wert von 3,31 Milliarden Euro. Angestrebt war ein Maximalziel von 3,5 Milliarden Euro. Die Renditen für die neuen Anleihen stiegen im Vergleich zu vorangegangenen Versteigerungen zwar nur moderat - trotzdem war es die höchste Rendite innerhalb von drei Jahren, wie die Staatskasse in Madrid mitteilte.

Die Renditen für die drei- und vierjährigen Anleihen stiegen auf 4,90 beziehungsweise 5,05 Prozent. Die Nachfrage, die das Maß des Vertrauens der Finanzmärkte widerspiegelt, übertraf zwar das Angebot um das Zweifache, fiel aber etwas geringer aus als bei der vorherigen Auktion am 7. Juli.

dpa

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