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Schwarze Serie an den internationalen Börsen

Schuldenkrise Schwarze Serie an den internationalen Börsen

An den internationalen Aktienmärkten führt die Angst Regie: Der Dow Jones Industrial büßte zeitweise mehr als 600 Punkte ein. Der Dax brach um 5 Prozent ein. Die Schuldenkrise dies- und jenseits des Atlantiks lässt die Anleger aus Aktien flüchten.

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An den internationalen Aktienmärkten führt die Angst Regie.

Quelle: dpa

Frankfurt/New York. Die Schuldenkrise in Europa und den USA hat rund um den Globus die Börsen auf Talfahrt geschickt. Der Dax verlor am Montag 5 Prozent und sackte damit den elften Handelstag in Folge ab. Auch an der Wall Street ging es abwärts. Eine demonstrativ optimistische Rede von Präsident Barack Obama beruhigte die Lage nicht, der Dow Jones Industrial verlor zeitweise mehr als 600 Punkte. Aus Angst vor einer weiteren Eskalation setzte der Goldpreis zu einer rasanten Rekordjagd an, während die Ölpreise kräftig fielen.
Die neuerliche extreme Nervosität hatte die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) am Freitag ausgelöst, als sie nach Börsenschluss bekanntgegeben hatte, dass sie die Kreditwürdigkeit der USA herabgestuft habe. Das hatte am Wochenende die Sorge vor einem Börsen-Crash am Montag genährt. Dagegen hatten sich aber Politik und Europäische Zentralbank mit ihrem Krisenmanagement stemmen wollen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Sonntagabend signalisiert, dass sie nun auch Staatsanleihen der großen Euroländer Italien und Spanien kaufen wolle. Daraufhin purzelten am Montag die Renditen zehnjähriger italienischer und spanischer Anleihen kräftig:
Die Refinanzierung wird somit für Rom und Madrid wieder günstiger. „Die Reaktion an den Märkten ist ein Hinweis dafür, dass die EZB bereits Anleihen kauft“, sagte Commerzbank-Ökonom Michael Schubert in Frankfurt.
EU-Ratspräsident Herman van Rompuy hat die Sparbemühungen Italiens und Spaniens gelobt. „Diese Entscheidungen werden zur finanziellen Stabilität in der Eurozone beitragen“, sagte Van Rompuy in Brüssel. Die Bundesregierung lobte das gemeinsame Handeln von Europa und der Weltgemeinschaft zur Eindämmung der Börsen-Turbulenzen. Deutschland und Frankreich, die EZB, die G7- und G20-Staaten seien mit ihren Erklärungen zur Krise koordiniert vorgegangen. Dazu sagte Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans: „Ich glaube, dass Sie einen eindrucksvollen Beleg haben, dass die in Europa und teilweise auch weltweiten Handelnden mit einer sehr deutlichen und einheitlichen Stimme sprechen.“
In Deutschland startete der Dax dann auch freundlich in den Handel. Doch relativ schnell drehte der Index ins Minus beschleunigte nach der Börsenöffnung in New York die Talfahrt. Am späten Nachmittag sackte das wichtigste deutsche Börsenbarometer unter die 6000-Punkte-Marke und schloss bei 5923,27 Punkten. Der L-Dax büßte weitere gut 50 Punkte ein.

Dem US-Markt half Obamas Rede nicht zur Trendwende. Der US-Präsident sagte am Abend mitteleuropäischer Zeit, die Probleme der USA seien „lösbar“. „Egal, was eine Ratingagentur meint, wir waren immer und werden immer ein AAA-Land sein“, betonte er. Es gebe eine ganze Reihe von Ideen, wie die Krise gelöst werden könne.

Doch an der Wall Street in New York flüchteten die Anleger regelrecht aus Aktien: Der Leitindex Dow Jones Industrial in den vergangenen fünf Handelstagen insgesamt fast 6 Prozent an Wert eingebüßt hatte, sackte er zeitweise unter 10 900 Punkte, das war ein Minus von mehr als 600 Punkten. Für den schwachen Auftakt wurde am Markt eine zusätzliche Abstufung von Kreditgebern verantwortlich gemacht, die mit der US-Regierung in Verbindung stehen. Demnach hat S&P die beiden mit staatlichen Geldern geretteten Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac herabgestuft.

Die Pariser Börse schloss auf dem niedrigsten Stand seit Juli 2009. In Moskau verzeichnete der RTS-Index des Computerhandels ein Minus von 7,84 Prozent. In Japan schloss der Nikkei-Index für 225 führende Werte mit einem Minus von 2,18 Prozent bei 9097,56 Punkten. In Sydney erreichte der ASX200-Index den tiefsten Stand seit zwei Jahren.

Die Sorge vor einer Eskalation der Schuldenkrise trieb den Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) Gold erstmals über die Marke von 1700 US-Dollar auf ein neues Rekordhoch bei 1715,01 Dollar. Als Reaktion auf den aktuellen Höhenflug erhöhten Banken am Morgen die Prognosen für den Goldpreis. „Der Goldpreis bleibt Gipfelstürmer“, hieß es in einem Kommentar der DekaBank.

Der Kurs des Euro rutschte derweil wieder unter die Marke von 1,42 Dollar. Die Abstufung der USA habe der Risikofreude der Investoren einen Dämpfer versetzt und die Anleger hätten sich mit Käufen zurückgehalten, hieß es von Händlern. Im Nachmittagshandel stand die Gemeinschaftswährung bei 1,4160 Dollar.

dpa

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