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Wirtschaft Autoversicherer heben Prämien für Millionen Kfz-Besitzer an
Nachrichten Wirtschaft Autoversicherer heben Prämien für Millionen Kfz-Besitzer an
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06:00 08.12.2017
Der 30. November ist vorbei. Dennoch können viele Kunden immer noch ihren Autoversicherungsvertrag zum Jahresende kündigen.  x Quelle: Hagen Lehmann/HUK-COBURG
München/Hannover

Alljährlich im Spätherbst suchen Millionen Autofahrer nach günstigen Policen fürs kommende Jahr. Doch diesmal ist die Schnäppchenjagd schwierig. Für eine zweistellige Millionenzahl von Autofahrern wird die Kfz-Versicherung teurer. Nach Angaben aus der Branche und großer Online-Vergleichsportale sind die Preise in der laufenden Wechselsaison im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. 

Deutschlandweit sind etwa 45 Millionen Pkw zugelassen. Geschätzt zwei Drittel aller Kfz-Versicherungskunden in Deutschland seien in diesem Jahr Preiserhöhungen ins Haus geflattert, heißt es beim größten deutschen Kfz-Versicherer HUK Coburg. Nach Angaben der Online-Versicherungsmakler Check24 und Verivox, über die eine Millionenzahl von Policen vermittelt wird, sind im Vergleich zu Ende 2016 nicht nur die Durchschnittpreise gestiegen, sondern auch die Tarife für die günstigsten Angebote.

Hannoversche Versicherer wollten den Trend indessen nicht bestätigen. So berichtete die Versicherungsgruppe Hannover (VGH), dass die „unternehmensseitige Prämienanpassung“ - also ohne Einflüsse durch Veränderungen bei den Typ- und Regionalklassen sowie Schadenfreiheitsrabatten - „sehr niedrig“ ausfalle. 

Die reguläre Kündigungsfrist für die Kfz-Versicherung beträgt vier Wochen: Wer zum neuen Jahr einen neuen Vertrag abschließen will, musste daher zum 30. November kündigen. Was jedoch viele Kunden nicht wissen: Im Falle einer Preiserhöhung verlängert sich die Kündigungsfrist. Viele Versicherer haben sich zudem eines Manövers bedient, um den Eifer bei der Suche nach einer neuen Kfz-Police zu dämpfen: „Dieses Jahr haben viele Versicherer ihre Rechnungen erst sehr spät im November verschickt“, sagte Björn Hinrichs, Branchenleiter Versicherungen bei Arvato Financial Services. „Vielen Kunden ist gar nicht klar, dass sie im Falle einer Beitragserhöhung ein Sonderkündigungsrecht haben.“ Sie könnten dann auch noch im Dezember ihre Kfz-Versicherung wechseln. Dementsprechend sei die diesjährige Wechselsaison bislang eher ruhig verlaufen. „In diesem Jahr sind auch keine großen Preisbrecher unter den Versicherern dabei, das war in den vergangenen Jahren anders“, sagte Hinrichs.

Der Wiesbadener Finanzdienstleister hat einen sehr guten Marktüberblick, denn Arvato prüft im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) neue Versicherungsanträge in Deutschland - eine Art Schufa für die Assekuranz. Das Vergleichsportal Verivox bestätigt diese Einschätzung: „Aus Gesprächen mit den Versicherern wissen wir, dass die Wechselsaison verhalten war“, sagte Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. 

Das Münchner Vergleichsportal Check24 - nach eigenen Angaben Nummer eins der Branche - bezifferte den durchschnittlichen Preis einer Kfz-Police im November 2017 auf 289 Euro, 5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Und bis zum 3. Dezember gab es laut Check24 bereits einen weiteren leichten Preisanstieg um 6 Euro. 

Jahrelang lieferten sich die Versicherer einen sehr harten Preiskampf bei den Kfz-Policen. Doch gleichzeitig steigt seit langem der „Schadendurchschnitt“ - also die durchschnittlichen Kosten des Versicherers pro Autoreparatur. Das liegt an vielen Faktoren. Einer davon: Die Autohersteller langen bei den Ersatzteilpreisen zu. Laut GDV sind Preise für Pkw-Ersatzteile seit Januar 2013 im Durchschnitt um 20 Prozent gestiegen.

Von Carsten Hoefer und Albrecht Scheuermann

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